Sonntag, 15. Dezember 2002

Europaweite Fahndung nach dem Mörder Biagis

  • Michele Pegna, Mitglied der neu gegründeten Brigate Rosse

Die italienische Polizei fahndet in ganz Italien nach dem Linksextremisten Michele Pegna. Der soll im vergangenen März den Mord am Regierungsberater Marco Biagi organisiert haben. Die Fahndung läuft auch im Ausland: Man vermutet den Brigate-Rosse-Mann in Frankreich.

Am Wochenende gab es Hausdurchsuchungen in mehreren italienischen Städten. In Wahrheit vermuten die Ermittler den flüchtigen Extremisten jedoch in Frankreich.

Der aus Kalabrien stammende, 43-jährige Michele Pegna war schon in den 70-er und 80-er-Jahren Aktivist bei mehreren linksgerichteten Terror-Organisationen. Seit 2000 ist er auf der Flucht. Er gehört offenbar zu den Gründern der neuen Zelle der Roten Brigaden, "Brigaden für die Bildung einer kämpferischen Kommunistischen Partei" BR-PCC.

Die "neuen" Roten Brigaden haben sich auf schwächere, schutzlose Ziele spezialisiert, wie es scheint: Sie haben sich zu den Morden am Arbeitsrechtsexperten Massimo D'Antona (1999) und Marco Biagi bekannt. Biagi etwa war auf seinem Fahrrad unterwegs nach Hause, als die Mörder ihn erschossen.

Pegna war wiederholt wegen aktiver Beteiligung an Terrorgruppen, Überfällen, Diebstählen und Sprengstoffbesitz in Haft. Nach 18 Jahren hinter Gittern wurde er 2000 auf Bewährung frei gelassen und tauchte sofort unter. Er dürfte mit den ebenfalls international gesuchten Terroristen Nadia Lioce und Mario Galesi unterwegs sein.

15.12.2002 17:49