Samstag, 14. Dezember 2002

Jordanien: 2 Verhaftungen im Diplomaten-Mord

  • Laut CNN El-Kaida-Mitglieder

In Jordanien sind zwei Männer festgenommen worden, die den Mord an dem US-Diplomaten Laurence Foley im Oktober gestanden haben sollen. Die Männer sollen, so wissen amerikanische Nachrichten-Sender, Mitglieder von El Kaida sein.

Knapp zwei Monate nach dem Mord an einem US-Diplomaten haben die jordanischen Behörden die mutmaßlichen Mörder festgenommen, die offenbar Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida sind. Ein Libyer und ein Jordanier seien am Samstag in Amman wegen der Ermordung des Diplomaten Laurence Foley gefasst worden, sagte der jordanische Informationsminister Mohamad Adwan der Nachrichtenagentur AFP. Die beiden Männer hätten gestanden, dem Terrornetzwerk El Kaida anzugehören. Zudem hätten sie Kontakt zu einem hochrangigen El-Kaida-Mitglied gehabt, das den Mord an Foley angeordnet haben soll. Er hatte in Jordanien US-Entwicklungsprgramme geleitet.

Adwan zufolge gilt der Libyer Salem Saad Salem bin Sued als Hauptverdächtiger für den Mord an Foley, der als "leichte Beute" ausgewählt worden sei. Bin Sued habe am 28. Oktober die tödlichen Schüsse mit einem Sieben-Millimeter-Revolver abgegeben. Sein jordanischer Komplize Jassir Fathi Ibrahim habe in einem Mietwagen auf ihn gewartet. Beide hätten die Tat gestanden und zugegeben, Mitglieder der El Kaida zu sein, sagte der jordanische Informationsminister. Die Männer hätten zudem in Kontakt zu einem Führungsmitglied der Organisation von Extremistenführer Osama bin Laden gestanden.

Bei dem Führungsmitglied handle es sich um Fadel Nassal el Chalaileh alias Abu Mussab el Sarkawi, der 1999 aus Jordanien geflohen sei, sagte Adwan weiter. Von ihm hätten die beiden Verdächtigen den Auftrag bekommen, "Operationen gegen ausländische Botschaften und Diplomaten" auszuführen. Sarkawi habe die Männer auch mit Maschinengewehren, einer schallgedämpften Pistole sowie Splitter- und Tränengasgranaten versorgt und ihnen 18.000 US-Dollar zukommen lassen. Eine Lieferung von Raketen sei dagegen fehlgeschlagen.

Sarkawi gilt westlichen Sicherheitsbehörden derzeit als gefährlichstes und aktivstes El-Kaida-Mitglied. Unter anderem aufgrund von beobachteten Bewegungen Sarkawis hatten mehrere westliche Nachrichtendienste in den vergangenen Wochen vor möglichen Anschlägen in Europa gewarnt. Der festgenommene Libyer bin Sued soll den Angaben nach in einem afghanischen Lager der Terrororganisation ausgebildet worden und vor einigen Monaten mit einem gefälschten tunesischen Pass nach Jordanien eingereist sein.

Auslieferung "nicht notwendig"
Adwan zufolge haben die Vereinigten Staaten bislang keine Auslieferung der beiden Festgenommenen beantragt. Dies sei "nicht notwendig", da in Jordanien die Gerichte "entschlossen und gerecht" urteilten.

Der US-Diplomat Foley war am 28. Oktober auf dem Weg zur Arbeit vor seinem Haus in Amman erschossen worden. Er war leitender Mitarbeiter der US-Behörde für Internationale Entwicklungsarbeit (USAID) in der jordanischen Hauptstadt.

14.12.2002 18:11