USA erlauben Anlieferung der Scud-Raketen an Jemen
- Waren auf nordkoreanischem Schiff unter Zement versteckt
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Der vom spanischen Militär aufgebrachte Frachter mit nordkoreanischen Scud-Raketen an Bord kann seine Fahrt nach Jemen fortsetzen. Die USA hätten das erlaubt, sagte ein Regierungssprecher am Mittwochabend in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Spanische und US-Militärs hatten die Raketen am Montag auf einem Frachter im Indischen Ozean aufgebracht. Die jemenitische Regierung hatte die Bestellung der Raketen am Mittwoch bestätigt und gegen das Abfangen der Lieferung protestiert.
Der jemenitische Präsident Ali Abdallah Saleh hatte bereits im August von einer Bestellung von Scud-Raketen in Nordkorea gesprochen.
"Die Schiffsladung ist Teil von Verträgen, die vor einiger Zeit geschlossen wurden. Sie gehört der Regierung und Armee Jemens und ist für die Verteidigung gedacht", zitierte Saba Außenminister Abubakr el Kirbi. Kirbi habe den US-Botschafter zur Entgegennahme eines förmlichen Protestes einbestellt. Saba: "Der Außenminister betonte die Bedeutung der Rückgabe des Schiffsladung an die jemenitische Regierung."
Die spanische Marine hatte das Schiff am Montag im Indischen Ozean aufgebracht. Nach Angaben des spanischen Verteidigungsministers Federico Trillo waren 15 Scud-Raketen mit konventionellen Sprengköpfen an Bord. Das Schiff war ohne Flagge in den internationalen Gewässern unterwegs und in Nordkorea registriert. Die Besatzung weigerte sich, ihre Herkunft zu nennen.
Die Raketen seien unter Zementsäcken versteckt gewesen, verlautete aus US-Kreisen. Das Schiff, das seit Wochen unter Beobachtung des US-Geheimdienstes gestanden sei, sei 950 Kilometer vom Horn von Afrika entfernt gestoppt worden. Wie aus dem spanischen Verteidigungsministerium verlautete, gab die "Navarra" Warnschüsse ab, nachdem der Kapitän des nordkoreanischen Schiffes nicht wie gefordert seine Maschine gestoppt habe. Das Schiff sei ohne Flagge gefahren.
Die Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA sind derzeit belastet, da Pjöngjang nach US-Angaben trotz gegenteiliger Abkommen weiter an einem Atomwaffenprogramm arbeiten soll. Die USA und ihre Verbündeten stoppten daraufhin die Lieferung von kostenlosem Heizöl nach Nordkorea und kürzten auch die Lebensmittelhilfe für das ostasiatische Land. US-Präsident George W. Bush zählt Nordkorea wie den Iran und den Irak zu einer "Achse des Bösen".
Die nordkoreanischen Scud-Raketen sind eine Weiterentwicklung der früheren sowjetischen Scud-Raketen, die auf Basis der im Zweiten Weltkrieg von deutschen Technikern entwickelten V-2-Rakete entwickelt wurde. Erstmals wurde im April 1984 eine von Nordkorea entwickelten Scud-Rakete getestet. Nordkorea nennt die Rakete, die eine Reichweite von etwa 550 Kilometern hat, Hwasong-6.
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