Montag, 9. Dezember 2002

Frost hat Russland fest im Griff: Minus 55° Celsius!

  • Russisches Tief steuert auf Österreich zu
  • Eisige Kälte auch am Balkan und in Japan

Vom Fernen Osten bis zur Exklave Kaliningrad hat tiefer Frost das Riesenreich Russland fest im Griff. Der absolute Kälterekord wurde aus der jakutischen Ortschaft Taas-Jury mit 55 Grad minus gemeldet. Auch am Balkan und in Japan schlägt "General Winter" gnadenlos zu.

Im russischen Taas-Jury war am Vortag das Heizkraftwerk ausgefallen. Rund 450 Menschen wurden in die nahe gelegene Stadt Mirny in geheizte Notunterkünfte gebracht.

Im Fernen Osten fiel das Thermometer am Montag auf bis zu 40 Grad Frost, während im ehemaligen Königsberg in der Früh 20 Grad unter Null gemessen wurde. Im Norden Sibiriens lagen in einigen Orten der Republik Jakutien die Temperaturen bei 48 Minusgraden, berichteten die russischen Agenturen.

In der russischen Hauptstadt Moskau herrschten am Morgen 15 Grad Frost. Am Wochenende erfroren fünf Menschen auf den Straßen, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Damit starben seit Anfang Oktober bereits 141 Menschen, meist Obdachlose oder Betrunkene, an den Folgen der Kälte.

Winter-Chaos auf dem Balkan und in Japan
Einen harten Einzug hat der Winter in Rumänien und Bulgarien, aber auch im fernen Japan gehalten. In den beiden Balkanländern mussten am Montag die Haupthäfen am Schwarzen Meer geschlossen werden. Energieversorgung und Telefonverbindungen waren unterbrochen. In Japan gab es wegen der frühesten Schneefällen seit zehn Jahren zahlreiche Unfälle, bei denen mehr 200 Menschen verletzt wurden.

Insgesamt 50 Schiffe saßen und rumänischen und bulgarischen Häfen fest. In Rumänien herrschten am Montag Temperaturen bis zu minus zehn Grad. Wind mit einer Stärke bis zu 70 km/h tobten durch das Land und ließen Stromversorgung und Telefonverbindungen zusammenbrechen. Auch in Bulgarien wurde durch den Wind die Stromversorgung dutzender Orte lahm gelegt.

In Tokio herrschte am Montag wegen der Schneefälle auf Straßen, Schienen und Flughäfen Chaos. Dutzende Flüge wurden abgesagt oder verzögerten sich. Der Bahnverkehr war unterbrochen.

9.12.2002 11:37