Petritsch nimmt Nationalrats-Mandat nicht an
- Stattdessen zieht Ulrike Sima in den Nationalrat ein
- Petritsch steht aber für Regierungsamt weiter zur Verfügung
·Nationalrat
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Zusammen mit einem orange-gelben Blumenstrauß hat Wolfgang Petritsch, Spitzenkandidat der SPÖ bei der Nationalratswahl in Wien, vor dem Cafe Landtmann in Wien sein Mandat symbolisch an SP-Umweltsprecherin Ulli Sima übergeben. Petritsch hat nach eigenen Angaben nach einem "langen und freundschaftlichen Gespräch" mit SPÖ-Chef Gusenbauer sowie dem Wiener Bürgermeister Häupl auf den Einzug ins Parlament verzichtet.
"Ich sehe mich grundsätzlich stärker im exekutiven Bereich", so Petritsch, der von Gusenbauer vor der Wahl als Kandidat für den Außenminister-Posten präsentiert worden war. Für ein Regierungsamt stehe er "selbstverständlich" weiter zur Verfügung, betonte der ehemalige Kreisky-Sekretär. Die Chancen für eine Regierungsbeteiligung der SPÖ schätzte er aber als gering ein: "Im Augenblick sehe ich keine Chance oder Möglichkeit, dass es zu Schwarz-Rot kommt." Ebenso wie Sima sprach er der ÖVP die nötige Ernsthaftigkeit bei den bisherigen Kontakten mit der SPÖ ab.
Die Entscheidung für den Verzicht sei ihm nicht leicht gefallen, betonte Petritsch vor Journalisten. Es sei ihm aber klar geworden, dass die SPÖ nach dieser Wahl Bedarf nach jüngeren, bereits entsprechend qualifizierten Kräften wie Sima im Parlament habe. Einen Verrat an den Wählern stritt er vehement ab. Das Nationalratsmandat sei ihm auch keineswegs zu minder.
Dass er - anders als Gertraud Knoll - als Ministerkandidat auch auf der SP-Liste gestanden sei, begründete er mit seiner Beamtenposition: Nur so sei es ihm als Diplomat möglich gewesen, für den Wahlkampf freigestellt zu werden. Jedenfalls gehe er Österreich nicht verloren: "Ich habe ja eine wichtige Position in Genf bei der WTO. Da kann ich eine gewisse Erfahrung einbringen." Schikanen eines ÖVP-dominierten Außenministeriums erwarte er dabei nicht.
Zu seiner politische Zukunft - etwa zu Spekulationen, er solle als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten aufgebaut werden - wollte Petritsch sich nicht äußern: "Jede Antwort in diesem Bereich wäre Kaffeesudleserei."
Sima zeigte sich über das auf sie übergegangene Mandat erfreut, aber nicht überrascht. Sie habe sich auch nicht auf eine Zukunft jenseits der Politik vorbereitet, sagte die Landeslistenvierte der Wiener SPÖ: "Es wäre schwieriger gewesen, aber ich bin durchaus hoffnungsvoll, dass ich auch sonst ein Mandat bekommen hätte."
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