Freitag, 13. Dezember 2002

7,9% weniger Rente: ORF-Pensionisten klagen ORF!

  • Kaufmännischer Direktor Wrabetz bestätigt "viele" Klagen
  • Bildung von Rücklagen könnte nötig werden

7,9% weniger Rente: Jetzt klagen ORF-Pensionisten den ORF! Zahlreiche Ex-Mitarbeiter haben ihre Ankündigung wahr gemacht und gehen gerichtlich gegen ihren früheren Arbeitgeber vor. Einen entsprechenden FORMAT-Bericht(aktuelle Ausgabe) bestätigte Alexander Wrabetz, Kaufmännischer Direktor des ORF.

Ob der ORF auf Grund der Klagen nun finanzielle Rückstellungen einrichten muss, werde man Anfang nächsten Jahres beurteilen können, meinte er.

Die im "Format" genannte Zahl von 620 Klagen wollte Wrabetz nicht bestätigen, aber "es sind viele bei uns eingelangt". Grund der Klagen beim Arbeitsgericht Wien ist eine Pensionskürzung um 7,9 Prozent im heurigen Jahr, da die überbetriebliche Pensionskasse unter Plan liegt. Die ORF-Pensionisten sind der Ansicht, dass der ORF vor dem Umstieg auf das neue System im Jahr 2000 über solche möglichen Kürzungen unvollständig informiert habe. Würde sich das Gericht dem anschließen, müsste der ORF die Differenz möglicherweise nachzahlen.

"Unser Standpunkt ist weiter, dass wir sehr wohl korrekt über alle Aspekte des neuen Systems informiert haben", sagte Wrabetz. Das Verfahren müsse man nun "nach den Grundsätzen der kaufmännisches Vorsicht" einschätzen. Eine Beurteilung des "wirtschaftlichen Risikos" werde Anfang nächsten Jahres möglich sein, dann werde er über eine allfällige Bildung von Rücklagen und deren Höhe entscheiden, die auch mit den ORF-Prüfern diskutiert werden müsse, betonte der Finanzdirektor.

Beziffern wollte Wrabetz daher das "wirtschaftliche Risiko" vorerst nicht. Ein Ausgleich der gesamten Pensionsrückgänge würde das Unternehmen aber 16 Millionen Euro kosten, hatten Wrabetz und ORF-Generaldirektorin Monika Lindner vor einiger Zeit in einem Brief an die ehemaligen Arbeitnehmer geschrieben.

13.12.2002 14:50