Siebeneinhalb Jahre Haft für Kopf einer Drogenbande
- Urteil noch nicht rechtskräftig
- Angeklagter leugnete trotz massiver Anschuldigungen ab

Der mutmaßliche Kopf einer Drogenbande aus Wien und ein Mittäter wurden am Montag im Landesgericht St. Pölten zu siebeneinhalb bzw. drei Jahren Haft verurteilt. Die Strafen sind nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 28-jährigen Schwarzafrikaner Christopher O. vorgeworfen, Drogenbeschaffung und -vertrieb organisiert und selbst durchgeführt zu haben.
Weitere Mitglieder der Bande waren bereits im Oktober bzw. November vor Gericht gestanden. Sowohl die damals verurteilte Ehefrau als auch alle anderen Angeklagten belasteten Christopher O., bei dem laut Aussage von Richter Peter Kotynski alle Fäden zusammengelaufen waren. Der Anklage zufolge wurden von März 2001 und Mai 2002 mehrere Kilo Heroin und Kokain aus den Niederlanden, aus Deutschland und Tschechien nach Österreich gebracht, auf ein Vielfaches gestreckt und in Wien sowie anderen Orten verkauft.
Während die meisten Bandenmitglieder sich zuletzt größtenteils geständig gezeigt hatten, leugnete Christopher O. gänzlich das ihm zur Last gelegte Verbrechen. Der mit angeklagte 20-jährige Schwarzafrikaner Viktor A. bekannte sich teilweise schuldig. Er gab an, Drogen in Koffern für Christopher O. aufbewahrt zu haben. Durch sein Verhalten, das andere Bandenmitglieder geschildert hatten, zog der Schöffensenat jedoch den Schluss, dass Viktor A. auch gedealt haben muss.
Christopher O. erbat nach dem Urteil Bedenkzeit. Der Staatsanwalt gab zu den drei Jahren Haft für Viktor A. keine Erklärung ab.
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