"Schwarze Sonne" begeisterte in Afrika & Australien
- Wolken gaben rechtzeitig Blick auf Naturschauspiel frei
Zehntausende Menschen auf der Südhalbkugel der Erde haben am Mittwoch eine totale Sonnenfinsternis bestaunt. Zunächst verfolgten in Südafrika und Mosambik Tausende, wie der Mond sich zwischen Sonne und Erde schob. Im Krüger-Nationalpark zeigten sich die Touristen trotz bedecktem Himmel von dem Naturschauspiel begeistert. Dort war die totale Sonnenfinsternis für zehn Sekunden zu sehen. Über Australien verzogen sich die Wolken in letzter Minute und erlaubten rund 50.000 Himmelsguckern den Blick auf das 32 Sekunden dauernde Naturschauspiel. Sie hielten andächtig den Atem an oder brachen in Jubel aus.
Dicke Wolken versperrten über dem Limpopo-Tal im südafrikanischen Krügerpark den Blick auf Sonne und Mond. Trotzdem brach über dem größten Tierschutzpark der Welt um 8.15 Uhr Ortszeit (07.15 Uhr MEZ) für kurze Zeit die Dämmerung herein. "Es war wundervoll, es sich ohne Schutzbrille anzuschauen. Die Wolken waren wie ein natürlicher Filter", schwärmte Judith Jackson, eine Urlauberin aus den USA. Sogar die Vögel verstummten für die Dauer des Naturschauspiels. "Wir konnten zehn Sekunden etwas sehen, ich habe einfach drauflos geknipst", erzählte der Astronom Mike Gaylard. Immerhin bräuchten sich die Zuschauer in Südafrika nun keine Sorgen über eventuelle Augenschäden zu machen. "Die Wolken haben das bloße Auge geschützt."
Margaret Makuya senkte dagegen den Blick zum Boden, als sich der Mond vor die Sonne schob. Für Angehörige des Venda-Stammes im Norden von Südafrika signalisiert die Sonnenfinsternis die Ankunft ihres Gottes N'wali und die Vergebung ihrer Sünden. "Wir beugen unseren Kopf als Zeichen des Respekts", sagte die festlich in traditionelle Kleidung gehüllte Frau. Im Nachbarland Mosambik erklärte die Regierung den Tag der Sonnenfinsternis zum Feiertag. Trotzdem mussten viele Mosambikaner auf den Blick in den Himmel verzichteten. Für sie waren die Schutzbrillen, die für drei Dollar verkauft wurden, unbezahlbar.
Für Australier war es die erste totale Sonnenfinsternis seit mehr als einem Vierteljahrhundert. "Einfach fantastisch" schwärmte ein Mann in dem kleinen Küstenort Ceduna. Der verschlafene 2.000-Seelen-Ort in Südaustralien war am Mittwoch Pilgerstätte für rund 15.000 Hobby-Himmelsgucker und Astronomen, die mit Wohnwagen und Zelten angerückt waren. Straßenmusikanten, Austern-Stände und fliegende Händler säumten die Straßen. Hotels waren seit Wochen ausgebucht und Kneipenbesitzer freuten sich über historische Umsätze.
Auch auf den einsamen Straßen im weiten australischen Busch verteilten sich die Schaulustigen. Angesichts der Autokaravanen auf den wenigen, sonst kaum befahrenen Pisten warnten die Behörden vor erhöhter Unfallgefahr. Insgesamt war das Himmelsspektakel von einem 900 Kilometer langen und 34 Kilometer breiten Streifen aus zu sehen - von Ceduna im Süden bis Woomera 900 Kilometer nordöstlich im Hinterland. Der Wetterbericht hatte eine Wolkendecke vorhergesagt, doch die mit Kameras und Spezialbrillen ausgestatteten Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten. Um 19.40 Uhr Ortszeit (10.10 Uhr MEZ) schob sich der Mond vollständig vor die langsam untergehende Sonne. Ein derartiges Schauspiel hatte es in Australien zuletzt 1976 gegeben.
Bei einer totalen Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde und verdeckt die Sonne für eine kurze Zeit ganz. Die nächste totale Sonnenfinsternis ist Ende November 2003 über der Antarktis zu beobachten.
AfrikaBurn08:03
Wunder der WüsteExtraordinäre BILDER des Burning Man Events in der afrikanischen Wüste
Outfitcheck12:48
Top oder Flop?IMMER BRANDAKTUELL: Der Style der Stars im täglichen NEWS.AT-Outfitcheck
Salzburg Café Glockenspiel08:03
Comeback als RestaurantStefan Brandtner eröffnet in den Räumlichkeiten Mitte Juni ein Pop-Up-Restaurant


