Kochbücher - der neue Hype am Buchmarkt
- Witzigmann, Jamie Oliver, Plachutta sind die neuen Starautoren
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Kochbücher liegen voll im Trend
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Die Gewinner der 25 Kochguides
Kochbücher, in denen Starköche ihre Tricks und Rezepte verraten, gehen in den Buchläden weg wie die warmen Semmeln.
Oh Ihr Götter, wie viele Menschen beschäftigt ein einziger Bauch!“ Mit diesem Ausruf brachte Seneca das Bedürfnis der Menschheit nach lukullischen Genüssen auf den Punkt. Gut 2.000 Jahre später ist sein Statement gültiger denn je. In den angesagten Lokalen ist ohne Reservierung kein Tisch zu bekommen, und immer mehr Hobbyköche versuchen sich als Kochkünstler - was nicht zuletzt den Kochbuchmarkt aufblühen lässt.
Kochen ist cool
Den Aufwärtstrend verdankt die Branche Starköchen wie dem jungen Engländer Jamie Oliver, der mit seiner flippigen Kochsendung "The Naked Chef" auch in Österreich einen Imagewandel herbeiführte: Kochen gilt selbst hippem Jungvolk als cool. Sein Buch "Genial kochen mit Jamie Oliver" wurde auf dem deutschsprachigen Buchmarkt auf
Anhieb zum Bestseller. Seit Februar dieses Jahres wanderten mehr als 100.000 Exemplare seiner Rezeptsammlung in Privatküchen.
Selbst ein alteingesessener Spitzenkoch wie Rudi Obauer ist für den britischen Newcomer voll des Lobes: "Jamie Oliver zeigt, dass Kochen in erster Linie Spaß machen soll. Da treffen sich auch junge Leute in ihrer Studentenbude, man kocht ein bisserl, trinkt ein bisserl, redet miteinander."
Für das Salzburger Vier-Hauben-Duo Rudi und Karl Obauer, mit dem opulenten Band "Hemmungslos Kochen" seit kurzem auch auf dem Markt, sind neben dem Spaß an der Sache vor allem Zeit und gute Produkte das A und O der Kochkunst.
Bestseller
Auch ein anderer heimischer Starkoch hat sich nicht allein mit seinen gediegenen Restaurants, sondern
auch unter der ständig wachsenden Zunft schreibender Küchenchefs einen besonderen Namen gemacht. Ewald Plachutta sprengte mit seinem Erstling „Die gute Küche“ alle Rekorde: 350.000mal ging sein Standardwerk der österreichischen Küche, das er gemeinsam mit Christoph Wagner geschrieben hat, bisher über den Ladentisch. Es ist damit das meistverkaufte Sachbuch Österreichs.
Im September erschien der zweite Teil der „guten Küche“. „Nach dem großartigen Erfolg des ersten Buchs“, so Plachutta, „war der Anspruch an das zweite natürlich besonders groß. Unsere Erwartungshaltung war enorm, dadurch bedingt auch die seelische Anspannung.“ Heute kann Ewald Plachutta wieder beruhigt schlafen: Seit September hat sich das Buch schon rund 40.000mal verkauft und hält sich seit mehreren Wochen auf Platz eins der Bestsellerlisten.
Hausmannskost
Warum ausgerechnet sein Buch bei Laienköchen so beliebt ist, glaubt Plachutta zu wissen: "Ich bin vielleicht kein sehr volksnaher Mensch, aber ein sehr volksnaher Koch. Ich trete dem trendigen Designeressen mit der guten alten Hausmannskost entgegen und zeige den Leuten, dass man gerade mit Zutaten, die man zu neunzig Prozent in jedem Lebensmittelladen bekommt, hervorragende Speisen zubereiten kann." Die Käufer seiner Bücher vermutet er in einer Liga, die bodenständigere Vorlieben hat, als Kompositionen aus Krebsschwänzchen, Polenta und Zitronengras zu genießen. Ganz schlicht erklärt
Plachutta, dass jeder Mensch essen müsse, also auch kochen. "Die Hausfrau und Mutter ebenso wie der Banker, der sich am Feierabend beim Kochen entspannt."
Alternativen zu Pizza
In dieselbe Kerbe schlägt Lisl Wagner-Bacher, Chefköchin des Drei-Hauben-Restaurants Landhaus Bacher und Autorin von zwei Kochbüchern: „Ich möchte meinen Lesern vor allem eine interessante Abwechslung zu herkömmlicher Pasta und Pizza bieten. Denn eines weiß ich sicher: Gutes Essen muss nicht immer Luxus sein.“ Einen handfesten Grund ortet Catharina Wilhelm, die Pressereferentin der Kulinariaspezialisten G&U, Teubner und Hallwag, hinter dem Trend zum Selberkochen: Angesichts der Lebensmittelskandale seien die Menschen verunsichert. „Wenn man selbst kocht, weiß man meist, wo die Zutaten herkommen. Man weiß, was man isst.
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