Sonntag, 8. Dezember 2002

United Airlines hat in Chicago Konkurs beantragt

  • Gericht genehmigt UAL 800 Mio. Dollar Zwischenfinanzierung
  • AUA-Partner liefert größten Airline-Konkurs aller Zeiten ab

Die angeschlagene amerikanische Fluggesellschaft United Airlines gibt ihren Kampf auf. Sie hat am 9. Dezember das Konkursverfahren eingeleitet und Gläubigerschutz nach Kapitel Elf des amerikanischen Insolvenzrechts beantragt. Das Konkursgericht genehmigte diesen und eine Zwischenfinanzierung von 800 Millionen Dollar (793 Mio. Euro).

United leidet unter sinkenden Passagierzahlen und der zunehmenden Konkurrenz durch Billigflieger. Im vergangenen Jahr wies die Airline ein Rekordminus von 2,1 Milliarden Dollar (2,10 Mrd. Euro) aus. In diesem Jahr könnte dieser Betrag sogar noch überschritten werden. Die US-Regierung hatte in der vergangen Woche eine Bürgschaft für das Unternehmen abgelehnt. Die zweitgrößte US-Fluggesellschaft hatte um eine öffentliche Bürgschaft für 1,8 Milliarden Dollar eines Privatkredits über insgesamt zwei Milliarden Dollar gebeten.

Größter Airline-Konkurs aller Zeiten
Gemäß Kapitel Elf des US-Konkursrechts kann die weltweit zweitgrößte Fluggesellschaft nach dem Konkursantrag weiterfliegen, indem sie gleichzeitig die Sanierung des Unternehmens betreibt. Es handelt sich hierbei um den größten Airline-Konkurs aller Zeiten.

Die genehmigte Zwischenfinanzierung von 800 Millionen Dollar ist Teil eines 1,5-Milliarden-Dollar-Kredits, den sich United am Wochenende in Verhandlungen mit einer Gruppe von Banken gesichert hatte. Zu den Kreditgebern zählen Bank One, J.P.Morgan Chase, Citibank und die CIT Group.

UAL-Anwalt James Sprayregen sagte, die Summe von 800 Millionen Dollar werde in elf Tagen dem Unternehmen zur Verfügung stehen. Sprayregen hatte zuvor dem Gericht mitgeteilt, United werde im Dezember jeden Tag voraussichtlich zwischen 20 und 22 Millionen Dollar verbrennen. Mit United Airlines haben nach Angaben des Unternehmens auch der Mutterkonzern UAL und 26 weitere Tochtergesellschaften Gläubigerschutz beantragt.

Flugbetrieb soll weitergehen
United Airlines hat angekündigt, den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Der Sprecher der UA-Piloten appellierte am Sonntag an alle Passagiere, dem Unternehmen auch bei einer Insolvenz nicht den Rücken zu kehren. "Wir werden weiterfliegen, heute, morgen, nächste Woche und nächstes Jahr", sagte Herb Hunter. "Wir wollen nicht, dass uns die Leute aufgeben, denn wir werden das durchstehen."

8.12.2002 10:00