Wifo dämpft Hoffnungen auf Konjunkturerholung
- Industrieproduktion lahmt; kaum Wachstum im Einzelhandel
- Weniger Beschäftigung, mehr Arbeitslose
·Eurozone
BIP wächst im 3. Quartal um 0,3 %
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Rückgang der Wachstumsrate
Die Aussichten für eine baldige Konjunkturerholung bleiben weiterhin trüb: Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) sieht nur wenig Anzeichen für einen Aufschwung in Österreich. So seien Ausrüstungsinvestitionen und Importe rückläufig, die heimische Industrieproduktion liege leicht unter dem Vorjahresniveau, der Einzelhandel wachse kaum, im Tiefbau zeige sich eine moderate Erholung, und der Export wachse gedämpft, hält Wifo-Experte Markus Marterbauer im neuesten Wifo-Monatsbericht (Dezember) fest.
Aus dem ungünstigen Verlauf der Gesamtnachfrage folgten eine deutliche Abnahme der Beschäftigung, eine höhere Arbeitslosigkeit und ein Rückgang der Steuereinnahmen, schreibt Marterbauer weiter. Die Konjunkturhoffnungen richteten sich jetzt auf eine Beschleunigung des Aufschwungs in den USA, die jedoch mit "erheblichen Risiken" behaftet sei.
Kein Aufschwung zu erwarten
Die aktuellen Indikatoren für Österreich deuteten nicht auf einen wirtschaftlichen Aufschwung hin. Laut Wifo haben sich die Erwartungen der Unternehmen in der Sachgütererzeugung für die zukünftige Produktion zwar stabilisiert, der Output lag im heurigen Sommer allerdings noch unter dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Die Absatzschwäche schlage sich auch in geringer Bereitschaft zu Investitionen in neue Kapazitäten nieder. Die Kapazitätsauslastung liege unter dem langjährigen Durchschnitt. Nach den Umfragen des Wifo wollen die Firmen ihre Investitionen einschränken, der Import von Investitionsgütern gehe merklich zurück.
"Die ungünstige Wirtschaftslage wird durch fehlende Nachfrage wichtiger Handelspartner und eine anhaltende Schwäche der heimischen Binnennachfrage geprägt", so Marterbauer. Die Ausfuhren in den Binnenmarkt der EU seien nur etwas höher als vor einem Jahr. Es sei vor allem die rege Nachfrage aus Mittelosteuropa und Südostasien, die bis September einen nominellen Zuwachs von rund 3 Prozent ermöglicht habe.
Keine Anzeichen einer Erholung
Im Euro-Raum seien zurzeit keine Anzeichen einer Erholung zu erkennen. Das Wirtschaftswachstum betrug im ersten Halbjahr 2002 nur 0,5 Prozent und dürfte im laufenden zweiten Halbjahr nur wenig über 1 Prozent hinausgehen. Marterbauer merkt dazu an, dass die Konsumausgaben real kaum höher als vor einem Jahr, die Investitionen merklich niedriger seien. Keine expansiven Impulse kämen von der Wirtschaftspolitik. Die einzige Hoffnung für einen Konjunkturaufschwung in der Union liege daher in einer Verstärkung der Erholung in den USA, wo die Wirtschaft - dank reger Binnennachfrage und expnsiver Geld- und Fiskalpolitik - zuletzt deutlich kräftiger als in Europa gewachsen sei.
Gedämpfte Binnennachfrage
In Österreich trage die gedämpfte Binnennachfrage zur Konjunkturflaute wesentlich bei. "Die Umsätze im Einzelhandel leiden unter der Stagnation der Netto-Masseneinkommen und der schlechten Arbeitsmarktlage", analysiert Marterbauer. Sie hätten das niedrige Vorjahresniveau im dritten Quartal nur wenig (um 1,3 Prozent) übertroffen, saisonbereinigt sei kein Wachstum zu erkennen. Die Nachfrage nach dauerhaften Konsumgütern (vor allem Pkw) sei weiterhin besonders schwach. In der Bauwirtschaft zeichne sich dagegen eine Erholung im Tiefbau ab, der Wohnbau bleibe aber von Nachfragemangel geprägt. Auch der deutliche Rückgang der Importe belege das Fehlen einer regen Binnennachfrage. Dies wiederum trage wesentlich zum Verschwinden des Defizits in der Leistungsbilanz bei.
Beschäftigung deutlich rückläufig
Negative Auswirkungen habe die schwache Konjunktur auch auf die Beschäftigung, die deutlich rückläufig sei. Im November lag die Zahl der unselbstständig Erwerbstätigen um 20.300 unter dem Wert des Vorjahres, die Zahl der Arbeitslosen um 12.200 darüber. Neben der Sachgüterindustrie und der Bauwirtschaft würden zunehmend auch Dienstleistungsbranchen von den Problemen am Arbeitsmark erfasst. Deshalb nehme nun auch die Beschäftigung von Frauen merklich ab.
Niedrigere Steuereinnahmen
Die Brutto-Steuereinnahmen des Staates blieben von Jänner bis November 2002 laut Wifo um 2,6 Prozent unter dem Vorjahr. Für Dezember sei - auch wegen des hohen Vorjahresniveaus - mit einem weiteren Rückgang zu rechnen. Zudem blieben die Beitragseinnahmen der Sozialversicherung auf Grund der ungünstigen Arbeitsmarktlage unter den Erwartungen. Gleichzeitig würden die Ausgaben des Bundes für Arbeitslosigkeit "beträchtlich" steigen.
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