Fiat: Industrieminister schließt Staatshilfe nicht aus
- Chaos in Turin
Der italienische Industrieminister, Antonio Marzano, schließt eine Beteiligung des Staates zur Rettung des krisengeschüttelten Autokonzerns Fiat nicht aus. "Wir schließen keinen Weg zur Fiat-Rettung aus. Natürlich hängt die Hypothese einer staatlichen Beteiligung von dem Industrieplan des Unternehmens ab", sagte Marzano, unter dessen Regie am Dienstag in Rom die Verhandlungen zwischen Fiat, Gewerkschaften und Regierung über die Rettung der 8.100 gefährdeten Arbeitsplätzen begonnen haben.
Die Gewerkschaften zeigten sich über die Aussicht eines positiven Abschlusses der Verhandlungen pessimistisch. "Der Umstrukturierungsplan muss geändert werden, weil er zu viele Arbeitsplätze opfert und dem Unternehmen zugleich keine Garantien sichert", betonte der Gewerkschaftschef Luigi Angeletti im Fernsehinterview. Das Vertrauen in das Fiat-Management sei auf einen Tiefpunkt gesunken, betonte er.
"Der Konzern muss mutiger sein und sich über seine soziale Rolle in Italien bewusst sein", sagte der italienische Arbeitsminister Roberto Maroni. Letzte Woche hatte sich Fiat bereit erklärt, 50 Prozent der 8.100 Arbeitnehmer nach Ende der Krisephase wieder einzustellen, die zwischen Dezember und Juli 2003 dienstfrei gestellt werden müssen.
Turin erlebte inzwischen wieder einen chaotischen Tag. Hunderte von Fiat-Arbeitnehmern, die am Dienstag vier Stunden lang die Arbeit niederlegten, blockierten die Autobahnstrecke, die Turin mit Mailand verbindet. Rund 1.000 Demonstranten legten auch weitere Straßenverbindungen sowie eine Bahnstrecke lahm. Dem Protest schlossen sich Arbeitnehmer der deutschen Opel-Werke an, die sich somit mit ihren Kollegen solidarisch zeigten.
"Der Kampf der italienischen Kollegen ist auch unser Kampf. In Deutschland sollen bei Opel 20.000 Arbeitsplätze abgebaut werden", sagte ein Delegierter der deutschen IG Metal. Die italienischen Gewerkschaften drohten mit einem Generalstreik gegen den Stellenabbau bei Fiat.
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