EURO 2008: Türkei unterstellt Österreich Schiebung
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Neue Impulse für Wirtschaft erwartet
Die EURO 2008 gehört Österreich & der Schweiz - und keiner kann sie uns wegnehmen. Doch während sich in den Alpenländern alle freuen und auch alle Fußball-Experten die Entscheidung begrüßen, erweist ein Konkurrent sich als ganz, ganz schlechter Verlierer. Der türkische Fußballverband - die Türkei hat sich gemeinsam mit Griechenland beworben - spricht sogar von "Schiebung"!
Der Erfolg für Österreich und die Schweiz bei der Entscheidung über den Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2008 stand nach Einschätzung des türkischen Fußballverbandes schon lange vor der Abstimmung am Donnerstag fest. "Vor eineinhalb Monaten machte das Gerücht die Runde, dass die EM an Österreich und die Schweiz gehen würde", sagte Verbandschef Haluk Ulusoy in türkischen Zeitungsinterviews am Freitag.
"Türkische Bewerbung weit voran"
"Wir wollten das nicht glauben, aber leider hat es sich als die Wahrheit herausgestellt." Die Türkei und Griechenland gehörten zu den Mitbewerbern Österreichs und der Schweiz bei der Vergabe der EM 2008, scheiterten aber in der Endausscheidung. "Ich habe den Eindruck, dass die Entscheidung politisch motiviert war", sagte Ulusoy. Der türkische Verbandschef kritisierte, einige Stadien und andere Projekte in Österreich und der Schweiz seien noch nicht fertig. "Mit unserer Bewerbung lagen wir weit vor ihrer", sagte er. "Jetzt ist das geschehen, wovor wir Angst hatten. Schade."
Start am 7. Juni 2008
Das drittgrößte Sportfest der Welt wird am 7. Juni 2008 in Bern eröffnet und endet am 29. Juni mit dem Finale im Wiener Ernst Happel-Stadion. Der dritte Bewerbungs-Anlauf des ÖFB nach 1996 (EM ging an England) und 2004 (gemeinsam mit Ungarn, den Zuschlag erhielt aber Portugal) war letztlich erfolgreich.
9:3 im Finale gegen Ungarn
Österreich/Schweiz war von Platz eins in die Entscheidung gestartet. Im technischen Bericht war die Alpenbewerbung auf Platz eins gereiht worden. Doch nicht die Mitfavoriten Nordic (Skandinavien) und Schottland/Irland, die nie in die engere Wahl kamen, sondern Griechenland/Türkei und Ungarn wurden vom UEFA-Exekutivkomitee auf die "short list" gesetzt, aus der der Ausrichter gewählt wurde. In einer ersten Runde fiel Griechenland/Türkei aus dem Rennen, in der Entscheidung setzte sich Österreich/Schweiz schließlich gegen Ungarn mit 9:3 Stimmen durch.
16 Spiele in Österreich
Insgesamt 16 Spiele werden in Österreich ausgetragen: Sieben im Happel-Stadion, je drei im Innsbrucker Tivoli neu, im Stadion Salzburg, das im März eröffnet wird, und in der noch zu errichtenden Arena in Klagenfurt-Waidmannsdorf. In der Schweiz sind Bern, Basel, Zürich und Genf die Spielorte. Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft, die sich bisher noch nie für eine EM-Endrunde qualifizieren konnte, ist als Team des Veranstalters fix dabei.
Stickler fiel ein Stein vom Herzen
"Wir hatten vor, etwas ganz Besonderes zu machen. Österreich und die Schweiz sind zusammen gewachsen. Jetzt wird Alles leichter. Unser Fußball, unser Nachwuchs hat jetzt eine Vision. Auch die Nationalmannschaft spielt jetzt auf ein Ziel hin", war ÖFB-Präsident Friedrich Stickler begeistert. "Ich habe eine stille, aber unheimlich starke Freude und schwebe auf Wolke sieben. Wir haben viel versprochen, das wollen wir jetzt auch halten. Die EURO soll ein unvergessliches, familiäres Ereignis werden."
Krankl euphorisch
Auch Teamchef Hans Krankl war voller Euphorie: "Das war die positivste Entscheidung für den österreichischen Fußball in den vergangenen 30, 40 oder sogar 50 Jahren. Es ist gut für die Infrastruktur, die Stadien und die Jugend von der Vorbildwirkung her. Das Beste, was uns passieren konnte, einfach wunderschön. Die Nationalmannschaft hat noch lange Zeit und befindet sich gerade im Generationswechsel und im Umbau. Wir werden eine Mannschaft aufbauen, die stolz und gut spielen soll."
Große Impulse für die Wirtschaft
Profitieren wird aber nicht nur der Fußball: Wirtschaft, Tourismus und Fremdenverkehr dürfen sich freuen. Deshalb zeigte sich auch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) "sehr stolz und glücklich". Der Kanzler rechnet mit einem "kräftigen Investitionsschub" im Zuge der Austragung der Fußball-EM. Vizekanzlerin und Sportministerin Susanne Riess-Passer war in Genf live dabei und jubelte: "Der größte Erfolg im Fußball an den ich mich erinnern kann. Das ist eine Riesengeschichte, ich habe nie daran gezweifelt. Es war die beste Bewerbung, mehr kann man nicht tun. Ich habe immer gesagt wenn es eine Gerechtigkeit gibt, dann bekommen wir die EM. Ich bin freudig erregt, der Dank gilt allen, die mitgearbeitet haben."










