LASK Linz kämpft ums finanzielle Überleben
- Sieben Spieler auf Transferliste - Suche nach Hauptsponsor
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Der österreichische Fußball-Erstligist LASK Linz kämpft ums finanzielle Überleben. Die Linzer befinden sich in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten, haben insgesamt sieben Spieler auf die Transferliste gesetzt und sind auf der verzweifelten Suche nach Geldgebern. "Wir werden alles tun, um ein Aus zu verhindern. Wir werden nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf dem grünen Tisch kämpfen", kündigte Präsident Peter-Michael Reichel an.
Um dem dramatischen Hilferuf des Schlusslichts in der Ersten Liga überregional Gehör zu verschaffen, hatten Reichel sowie Norbert Barisits, Trainer und Sportdirektor in Personalunion, am Montag ins Cafe Landtmann an der Wiener Ringstraße geladen. "Der Ort ist eigentlich der falsche. Normalerweise müssten wir im Burgtheater sitzen, denn was sich in Linz abspielt, ist ein Drama", meinte Reichel, der nach eigenen Angaben schon mit 150 bis 170 Firmen Sponsoren-Gespräche geführt hat. "Aber noch keiner hat gesagt: Packen wir's an. Warum der LASK seit Jahren keinen Hauptsponsor hat, ist mir ein Rätsel", wundert sich Reichel, der die derzeitige Platzierung seines Vereins als "Katastrophe" bezeichnete.
Missglückte Fusion
Dabei hätte der erste österreichische Meister, der nicht aus Wien stammte (1965), laut Reichel gewaltiges Potenzial. "Wir müssen uns öffnen, auf die Bevölkerung zugehen und die Fans reaktivieren", meinte der Präsident, für den die Fehler in der Vergangenheit unter anderem auch in der missglückten Fusion mit FC Linz, der in sich geschlossenen Vereinsstruktur und der mangelnden Kommunikation zwischen Profi-, Nachwuchs- und BNZ-Bereich lagen. So wären etwa Woldeab und Schriebl ohne Wissen von "oben" von den Amateuren nach Salzburg transferiert worden.
Einsparungen durch straffe Personalpolitik
Daher soll die Zusammenarbeit aller Abteilungen verbessert werden. Auch "Kostenreduktion bei laufenden Verträgen" ist geplant, in diesem Fall wollen die Vereinsverantwortlichen mit der Spielergewerkschaft VdF zusammenarbeiten. Der Kader soll auf 18 Spieler verkleinert werden und auch eine straffe Personalpolitik im Betreuer- und Trainerstab für Einsparungen sorgen. Weiters forderte Reichel die Ausschankrechte für das Linzer Stadion, regte die Gründung eines Sponsorenpools an und peilt eine Kooperation mit einem ausländischen Spitzenklub an, der seine Talente in Linz "parken" könnte.
Neuer Trainer?
Sollte in den nächsten Wochen wider Erwarten doch noch ein potenter Geldgeber gefunden werden, will Barisits mit neuen finanziellen Möglichkeiten drei absolute Führungsspieler verpflichten. Der erste Schritt wäre aber ein Engagement eines neuen Trainers, da Barisits seine Doppelfunktion als nicht ideal ansieht. "Als Trainer muss man immer voll bei der Mannschaft sein. Das ist bei mir nicht möglich, weil ich viele andere Verpflichtungen habe."
Regionalliga droht
Barisits warnte vor einem möglichen bitteren Gang in die Regionalliga. "Das wäre meiner Meinung nach gleichbedeutend mit der Auflösung oder dem Verkauf des Vereins", sagte der Burgenländer der bei seinem Amtsantritt im Juli nach eigenen Angaben eine desolate Mannschaft vorgefunden hatte. "Ich habe schon viele Vereine trainiert, aber nirgends habe ich so demotivierte Spieler mit so wenig Identifikation mit ihrem Verein gesehen." Laut Reichel lag der 44-jährige Barisits im Sommer mit seinen Konditionswerten "in der oberen Hälfte" des LASK-Kaders.
