Doppel-Triumph für Österreichs Abfahrts-Herren
- Eberharter gewinnt in Beaver Creek vor Walchhofer
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Phänomenaler Stephan Eberharter! Der 33-jährige Tiroler gewann am Samstag in 1:40,18 Min. erstmals die Abfahrt in Beaver Creek und verwies bei seinem 20. Weltcup-Sieg seinen überraschend starken Landsmann Michael Walchhofer um eine Zehntel Sekunde auf Platz zwei. Der US-Amerikaner Daron Rahlves (+0,38) vereitelte mit der hohen Startnummer 37 einen Dreifach-Erfolg für Österreich und verdrängte Olympiasieger Fritz Strobl (+0,54) auf Platz vier. Es ist der zehnte Weltcup-Sieg für Eberharter in der Abfahrt.
Dass Eberharter ausgerechnet am 30. Geburtstag von Hermann Maier in dessen "Wohnzimmer" erstmals auch auf der spektakulären Raubvogelpiste triumphierte, war dem Tiroler eine große Genugtuung. Auch wenn es für den mit Nummer 30 gestarteten Weltcup-Leader nach klaren Zwischenbestzeiten im Finish noch einmal knapp wurde. "Die Piste war nicht mehr so gut wie in den vergangenen Tagen. Mit hat es vor dem vorletzten Sprung die Ski verschlagen, da verlierst gleich einige Zehntel", erklärte der Steff, grinste aber zufrieden über das ganze Gesicht: "Offenbar hatten wir gut gewachselt!" Was ihn besonders freute: "Dieser Sieg hier hat mir noch gefehlt. Darauf bin ich besonders stolz, weil es eine schwierige Abfahrt ist und man technisch gut fahren muss.
Steff klopft bei den ewigen Top Ten an
Mit 20 Siegen liegt Eberharter nun gleichauf mit Norwegens lebender Legende Kjetil-Andre Aaamodt, mit einem Sieg am Sonntag im Super G könnte der derzeit beste Skifahrer der Welt mit dem Schweizer Michael von Grünigen (21) gleich ziehen und damit die Top Ten der ewigen Rangliste knacken. Was für ihn spricht: Von den letzten sieben Super G hat er vier gewonnen. "Aber wie in Lake Louise einen Doppelsieg zu verlangen wäre überheblich", winkte Eberharter ab. Er wird wieder mit Nummer 30 an den Start gehen, "wenn's also noch einmal so läuft, wäre ich zufrieden", meinte er lachend.
Noch besser als letzte Saison
Eberharter gab zu, dass ein Erfolg auf der legendären Birds of Prey-Piste besonders befriedigend sei. Und einen Bogen schließe. "20 Siege, das heißt, dass es für mich in den letzten fünf, sechs Jahren ganz gut lief und ich zu den besten Skifahrern gehöre." Vier Siege bei fünf Saisonstarts lassen aber auch den Schluss zu, dass der Vorjahres-Triumphator sogar noch besser drauf ist als in der vergangenen Saison. "Ich bin auf jeden Fall unbelasteter", so Eberharter, "muss niemand mehr etwas beweisen, nicht einmal mir selbst."
Sensationsmann Walchhofer
Die Überraschung des Tages lieferte Michael Walchhofer, der in seiner erst elften Weltcup-Abfahrt nur eine Zehntel Sekunde an seinem ersten Weltcupsieg vorbei raste. Und das, obwohl der 1,92 m große Hotelierssohn aus Altenmarkt-Zauchensee an sich ja als Slalomfahrer gilt, in jüngerer Vergangenheit aber immer mehr zum Abfahrer umfunktioniert worden ist. Auch Hermann Maier hat dem 27-jährigen ebenfalls in Obertauern trainierenden Allrounder unlängst Großes prophezeit. "Wenn der Hermann das sagt, dann ehrt mich das", freute sich Walchhofer, der sich mit Platz zwei wohl auch ins Super-G-Team für Sonntag gefahren hat. Sollte er seine 400 Punkte verteidigen, wird er künftig weiter auch im Slalom antreten.
Strobl auch mit viertem Platz zufrieden
Olympiasieger Fritz Strobl plumpste zwar noch vom Podest, war aber trotzdem zufrieden. "Weil das Ergebnis für die Jahreszeit okay ist. Ich will jetzt weiter locker Gas geben", so der Kärntner. Zu Eberharter sagte er: "Er hat das klug gemacht heute. Er ist einfach gut drauf, der Lauser." Bester der im Training so dominierenden Schweizer wurde Didier Cuche als Vierter, mit Hannes Trinkl ("Das war keine gute Fahrt von mir") als Zehntem und dem jungen Klaus Kröll (12.) kamen zwei weitere ÖSV-Fahrer in die Top-12.
| Ergebnis Herren-Abfahrt: | ||||
| 1. | Stephan Eberharter | AUT | 1:40,18 | |
| 2. | Michael Walchhofer | AUT | 1:40,28 | +0,10 |
| 3. | Daron Rahlves | USA | 1:40,56 | +0,38 |
| 4. | Fritz Strobl | AUT | 1:40,72 | +0,54 |
| 5. | Didier Cuche | SUI | 1:40,98 | +0,80 |
| 6. | Marco Sullivan | USA | 1:41,04 | +0,86 |
| 7. | Kjetil-Andre Aamodt | NOR | 1:41,09 | +0,91 |
| 8. | Bode Miller | USA | 1:41,10 | +0,92 |
| 9. | Ambrosi Hoffmann | SUI | 1:41,24 | +1,06 |
| 10. | Hannes Trinkl | AUT | 1:41,67 | +1,49 |
| 11. | Didier Defago | SUI | 1:41,68 | +1,50 |
| 12. | Klaus Kröll | AUT | 1:41,75 | +1,57 |
| . | Sebastien Fournier | FRA | 1:41,75 | +1,57 |
| 14. | Marco Büchel | LIE | 1:41,81 | +1,63 |
| 15. | Franco Cavegn | SUI | 1:41,83 | +1,65 |
| 16. | Andrej Jerman | SLO | 1:41,88 | +1,70 |
| . | Bruno Kernen | SUI | 1:41,88 | +1,70 |
| 18. | Werner Franz | AUT | 1:41,89 | +1,71 |
| 19. | Peter Rzehak | AUT | 1:41,93 | +1,75 |
| 20. | Audun Grönvold | NOR | 1:42,04 | +1,86 |
| 21. | Andreas Buder | AUT | 1:42,24 | +2,06 |
| 22. | Luca Cattaneo | ITA | 1:42,28 | +2,10 |
| 23. | AJ Bear | AUS | 1:42,29 | +2,11 |
| . | Jakub Fiala | USA | 1:42,29 | +2,11 |
| 25. | Tobias Grünenfelder | SUI | 1:42,34 | +2,16 |
| 26. | Nicolas Burtin | FRA | 1:42,39 | +2,21 |
| 27. | Hans Knauß | AUT | 1:42,40 | +2,22 |
| 28. | Gregor Sparovec | SLO | 1:42,42 | +2,24 |
| 29. | Pierre-Emanuel Dalcin | FRA | 1:42,45 | +2,27 |
| 30. | Peter Fill | ITA | 1:42,47 | +2,29 |
| weiter: | ||||
| 44. | Thomas Graggaber | AUT | 1:43,00 | +2,82 |
Ausgeschieden u.a.: Josef Strobl (AUT)
