Freitag, 6. Dezember 2002

Österreichs Trainer in "Kapergefahr"

  • ÖSV-Trainer bei anderen Teams in Gespräch
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Immer wenn bei anderen Teams der Hut brennt sind Österreichs Ski-Trainer "kapergefährdet". Kaum dass in der Schweiz Abfahrtscoach Fritz Züger abgesetzt worden war begann in Beaver Creek die Gerüchtebörse über mögliche Nachfolger zu brodeln, ganz oben die Namen von ÖSV-Betreuern. Die sich zwar weitgehend bedeckt hielten, aber auch nicht wirklich dezidiert nein sagten. Nur eines ist klar: Weil alle durch Verträge bis mindestens zum Jahresende an den ÖSV gebunden sind, wird bis dahin keiner schwach werden dürfen.

Auch wenn Karl Frehsner eine schweizerische Lösung will und Didier Cuche und Ambrosi Hoffmann nach dem Weggang Zügers fast wie zum Trotz Bestzeiten im Training fuhren, mit der angestrebten hausgemachten Lösung wird sich Frehsner schwer tun. Co-Trainer Franz Heinzer hat schon abgewunken, der Weltmeister von 1991 fühlt sich der Aufgabe noch nicht gewachsen.

Giger sieht keine unmittelbare "Gefahr"
ÖSV-Herrencoach Toni Giger ist sich bewusst, dass seine Trainer ganz oben auf der Wunschliste anderer Nationen stehen. "Momentan sind alle unsere Trainer mit Verträgen ausgestattet", sieht er aber keine unmittelbare "Gefahr". Nach der Saison kann das freilich schon ganz anders aussehen. "Reisende soll man nicht aufhalten. Wenn jemand nicht mehr will, ist es sinnlos, ihn zu halten", so Giger, weiß aber auch: "Einige, die uns in den vergangenen Jahren verlassen haben, würden gerne wieder zurück kommen."

Kein "Wildwechsel" während des Jahres
Österreichs Abfahrtschef Robert Trenkwalder war schon im vergangenen Sommer als Cheftrainer der Schweiz im Gespräch gewesen, dann aber hatte man sich dort für den "Halbschweizer" Frehsner entschieden. "Bei uns ist der Wildwechsel während des Jahres wie im Fußball nicht so der Brauch", meinte Trenkwalder, fügte aber verschmitzt an: "Im Frühling blühen wieder die Bäume." Derzeit sei er aber ÖSV-Trainer und sich wie alle anderen Coaches des Skiverbandes bewusst, "dass es wo anders nicht immer diese guten Möglichkeiten wie bei uns gibt. Deshalb bin ich stolz, in Österreich Trainer zu sein."

Flatscher ein Transfer-Kandidat
Auf der Liste der Transfer-Kandidaten stehen auch zwei andere Österreicher. Hans Flatscher agiert derzeit als deutscher Abfahrtscoach eher glücklos, hat aber sofort seine Prinzipien klar gemacht. Er gehe immer erst, wenn er seine Mission erfüllt habe, sagte der Lebensgefährte von Sonja Nef.

Evers mit Veränderungsgelüsten
Und da wäre noch Andreas Evers. Der langjährige "Privatcoach" von Hermann Maier ist derzeit Abfahrts-Co von Trenkwalder, kümmert sich da aber intensiv auch um Michael Walchhofer. Und weil niemand weiß wie es mit dem "Herminator" weiter geht, überraschen Veränderungsgelüste von Evers nicht. Auch er sei derzeit voll auf den ÖSV fokussiert, im Frühling könne man aber weiter sehen, signalisierte der Salzburger durchaus Interesse. In der schweizerischen Mannschaft stecke enormes Potenzial, so Evers.

6.12.2002 10:39