Donnerstag, 5. Dezember 2002

Abfahrt: Eberharter pokert, Knauß qualifiziert sich

  • Schweizer in Beaver Creek wieder voran
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Auch im zweiten Training für die Herren-Abfahrt am Samstag (ab 19.00 Uhr LIVE auf NEWS-Networld) in Beaver Creek hat die Schweiz dominiert. 24 Stunden nach der Bestzeit durch Didier Cuche fuhr Ambrosi Hoffmann am Donnerstag in 1:41,73 Bestzeit vor Cuche (+0,14) und Hans Knauß (+0,15), der sich als Dritter klar in der internen ÖSV-Qualifikation gegen Christoph Gruber und Andreas Schifferer durch setzte. Der große Favorit für Samstag war aber nicht am Start. Stephan Eberharter verzichtete auf das zweite Training, um für das Qualifikationstraining am Freitag und das Rennen am Samstag Kraft zu sparen.

"Das war eine gute Entscheidung vom Steff, ich würd's genau so machen", sagte Quali-Sieger Knauß, dem die Genugtuung ins Gesicht geschrieben stand. "Ich war ja schon in Lake Louise heiß drauf, hab aber dort einen blöden Fehler gemacht. Hier aber war's perfekt. Die Strecke ist so geil, dass es alleine deshalb schon schade gewesen wäre, zuzuschauen", sagte der Steirer, der seine Konkurrenten um mehr als eine halbe Sekunde hinter sich gelassen hatte. Dass das ständige Qualifizieren aber natürlich "keine Gaude" sei, ist klar. "Ich möchte deshalb am Samstag in die Top-Ten, um mir dieses Theater in Val d'Isere endlich zu ersparen."

Schifferer und Gruber resignieren
Vermutlich wird er das ohnehin können, denn Schifferer und Gruber sind knapp davor, die Flinte ins Korn zu werfen. "Das zusätzliche Rennen Woche für Woche kostet so viel Kraft, dass es wahrscheinlich klüger ist, sich auf Riesentorlauf und Super G zu konzentrieren", sagte Schifferer, der in Kanada noch die Qualifikation geschafft hatte. "Aber es ist auch so, dass derzeit meine Leistung in der Abfahrt einfach nicht stimmt", so der Salzburger. "Ich bin schlecht gefahren. Ich glaube nicht, dass ich mir die Qualifiziererei noch einmal antue." Gruber sah es ähnlich. "Es ist bitter, schon zum zweiten Mal zuzuschauen. Aber hier verliere ich im oberen Flachteil einfach zu viel. Wenn der Hans jetzt auch noch im Rennen gut fährt, erübrigt sich künftig die Qualifikation ohnehin."

Eberharter gönnte sich eine Pause
Der große Abwesende war am Donnerstag Eberharter. Weil die Wetter-Vorhersagen gut sind und am Freitag das Qualifikationstraining stattfinden dürfte, gönnte sich der Tiroler entgegen seinen ursprünglichen Plänen einen Ruhetag. Etwas, was er auch in der vergangenen Saison bereits mehrmals getan hat, "weil drei Trainings Schwachsinn sind." Ein großes Risiko dürfte das ohnehin nicht sein, auch wenn der Weltcup-Leader Samstag mit Nummer 31 starten müsste, sollte das Abschlusstraining ausfallen. "Wenn die Strecke so bleibt, gibt's hier mit einer hohen Nummer keine Problem", sagte der mit Nummer 23 gestartete Knauß und Olympiasieger Fritz Strobl (Achter mit Nr. 25) meinte: "Hätte ich bereits so viele Rennen in den Beinen wie der Steff würde ich es genau so machen. Die Saison ist noch lang."

Hinter den erneut starken Schweizern (Hoffmann: "Das war nahezu perfekt"), zeigten auch die US-Boys Bode Miller (4.) und Daron Rahlves (5.) groß auf. Miller wird also auch in der Abfahrt immer heißer und überraschte mit der Aussage: "Ich bin nicht gut gefahren, weil ich einen neuen Ski probiert und prompt einen Fehler gemacht habe."

Ergebnisse Training Herren-Abfahrt:
1.Ambrosi HoffmannSUI1:41,73 Min.
2.Didier CucheSUI+0,14 Sek.
3.Hans KnaußAUT0,15
4.Bode MillerUSA0,22
5.Daron RahlvesUSA0,36
6.Hannes TrinklAUT0,45
7.Kjetil-Andre AamodtNOR0,52
8.Fritz StroblAUT0,59
.Antoine DeneriazFRA0,59
10.Peter RzehakAUT0,69
11.Marco SullivanUSA0,70
12.Jakub FialaUSA0,74
13.Michael WalchhoferAUT0,75
14.Claude CretierFRA0,76
15.Erik GuayCAN0,77
16.Christoph GruberAUT0,84
17.Tobias GrünenfelderSUI0,86
18.Klaus KröllAUT0,95
19.Andreas SchiffererAUT1,00
20.Peter PenSLO1,15
21.Werner FranzAUT1,16
weiter:
38.Josef StroblAUT1,67
44.Thomas GraggaberAUT2,14
52.Andreas BuderAUT2,56
57.Stephan GörglAUT2,81


Nicht am Start: Stephan Eberharter (AUT)

5.12.2002 20:38