Mittwoch, 4. Dezember 2002

Auch Pepi Strobl im Comeback-Reigen

  • Zehn Monate nach Kitzbühel-Sturz wieder Weltklasse
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Josef "Pepi" Strobl hat in Lake Louise die in Park City eingeläutete Comeback-Serie im ÖSV-Lager fortgesetzt. Vierter in der Abfahrt, Zweiter im Super G, damit hat sich der Tiroler zehn Monate nach seiner schweren Knieverletzung von Kitzbühel eindrucksvoll wieder in der Weltklasse zurück gemeldet. Doch dem einstigen "Wunderkind" ist klar, dass erst das Wochenende auf der schwierigen Piste in Beaver Creek beweisen wird, ob er wirklich zurück ist. "Ich bin aber zuversichtlich, dass es klappt", so der 28-Jährige.

Die Birds of Prey ist eine der schwierigsten Strecken der Welt. "Lake Louise hingegen ist eine Damenabfahrt, wenig anspruchsvoll, ideal also zum Zurückkommen", erklärte Strobl seine Vorsicht. Natürlich sei er trotzdem enorm froh, "denn damit ist das Comeback gelungen. Hätte es dort nicht geklappt, wäre ich gleich unter Druck gekommen. So aber bin ich weiter in Gruppe eins." Beaver Creek, so Strobl, werde zeigen, "ob ich auch technisch gut drauf bin. Vom Knie her wird es keine Probleme geben, zudem fahre ich sehr gerne hier." Im Training sei er zwar nie vorne gewesen, was ihn aber nicht gestört habe. Strobl: "Die Zeit war mir immer egal, ich habe immer nur an mein Knie gedacht."

Vor einem Monat noch Probleme
Hatte man im Sommer von der ebenfalls am Knie verletzten Renate Götschl praktisch jeden Genesungs-Fortschritt in der Öffentlichkeit mitbekommen, hat der Holzgauer fast im Verborgenen an seiner Rückkehr gearbeitet. Seit Ende Juli fährt er wieder Ski, vor den US-Rennen hat er auch die Knochenaufbauspritzen abgesetzt, nimmt nur noch entzündungshemmende Tabletten. "Noch vor einem Monat hatte ich mit kleinen Sprüngen totale Probleme, seitdem ist aber viel weiter gegangen. Das Knie wird zwar nie wieder so wie früher, aber die Schmerzen sind auszuhalten, beim Skifahren spüre ich fast nichts", so Strobl.

Trauma-Bekämpfung mit Kitzbühel-Flaggen
Dem auch vor der Rückkehr nach Kitzbühel nicht bange ist. "Das ist vorbei. Außerdem war es ja kein Fehler von mir, der Sprung ist einfach zu weit gegangen", erinnert sich Strobl, hat aber auch eine Lehre gezogen. "Ich werde wohl im ersten Training nicht gleich voll fahren brauchen", scherzte er. Ein nettes Erlebnis hat ihm zusätzlich geholfen, mit allem abzuschließen. Christian Leitner, Kitzbüheler und Trainer der Finnen, hat im Herbst für Strobl in Sölden einen Kurs mit Kitzbühel-Flaggen ausgesteckt. "Da habe ich Trauma-Bekämpfung gemacht, obwohl ich gar kein Trauma habe", erinnert sich Strobl mit Schmunzeln.

4.12.2002 11:00