Dienstag, 3. Dezember 2002

Frehsner sorgt in Schweiz vor Heim-WM für Wirbel

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Zwei Monate vor der Heim-WM in St. Moritz geht es im Ski-Lager von "Erzfeind" Schweiz drunter und drüber. Karl Frehsner hat seinem Ruf als "Eiserner" alle Ehre gemacht und Abfahrts-Trainer Fritz Züger seiner Aufgaben entbunden. Der Steirer, bis vergangene Saison ÖSV-Damenchef, steht aber zur Entscheidung in seiner ersten großen Machtprobe. "Mit dem schlechten Abschneiden in Lake Louise hat das nichts zu tun. Vielmehr haben sich Sachen summiert. Irgendwann gibt es Grenzen und jetzt wurde eben ein Exempel gesetzt", so Frehsner.

Frehsners Entscheidung ist deshalb bemerkenswert, als Züger seit Jahren im schweizerischen Alpinsport ein Faktotum ist und vor allem Silvano Beltrametti bis zu dessen schwerer Verletzung unter seine Fittiche genommen hatte. Trotzdem hatte ihm Neo-Herrenchef Frehsner zu Saisonbeginn den Ex-Abfahrer Franz Heinzer als Co zur Seite gestellt. Inoffiziell spricht man davon, dass die Mehrzahl der Abfahrer auch zu Heinzer tendiere und deshalb ein tiefer Graben zwischen Athleten und Trainer entstanden sei. Den Grund für seine Entmachtung lieferte freilich Züger selbst weil er in Kanada zu Journalisten gesagt hatte, er hätte die Installierung Heinzers nie akzeptieren dürfen.

"Ich kann es mir nicht leisten, mir nachsagen zu lassen, dass ich die falschen Leute angestellt hätte", begründete Frehsner seine Reaktion. "Er muss also die Konsequenzen ziehen, nicht ich." Ein Nachfolger Zügers ist vorerst aber nicht in Sicht, vielmehr dirigiert Frehsner selbst bis auf weiteres das Training von Franco Cavegn, Didier Cuche und Co und zeigt an einer Rückkehr Zügers auch kein großes Interesse. "Bei mir kommt er vorläufig nicht in Frage. Wir haben genug gute Trainer, werden das im Konsortium machen und die Athleten werden davon profitieren", ist Frehsner überzeugt.

3.12.2002 10:37