Montag, 2. Dezember 2002

"30er-Regel" liegt ÖSV-Speedies immer noch im Magen

  • Trotz zweier Doppel-Siege und historischem Abfahrts-Erfolg
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Das vergangene Wochenende im Ski-Weltcup der Herren stand im Zeichen der Österreicher im Allgemeinen, von Stephan Eberharter im Besonderen sowie unter dem Aspekt der neuen Regelung der Startreihenfolge. Dieser Modus konnte zwar nicht verhindern, dass Eberharter sowohl Abfahrt als auch Super G in Lake Louise gewann, doch die Diskussionen um die Sinnhaftig- und Gerechtigkeit der am Start gestürzten Rangliste verstummten deshalb auch beim 33-Jährigen aus Stumm sowie ÖSV-Alpin-Direktor Hans Pum nicht.

Eberharter blieb der Neuerung gegenüber kritisch, denn er weiß, dass auch andere Tage und andere Strecken kommen: "Ich habe den Super G mit Nummer 30 gewonnen. Aber es wird Rennen in diesem Winter geben, bei denen man mit der 30 nicht gewinnen kann." Eine Aussicht, die dem Tiroler im Kampf um den Gesamt-Weltcup noch ins Hintertreffen bringen könnte. Denn Bode Miller schloss in den Speed-Bewerben sensationell zur Spitze auf, nach zwei siebenten Plätzen kann der US-Amerikaner nun in allen Disziplinen gute Punkte machen.

Pum zieht den Hut
Pum sieht die "30er-Regel" von zwei Seiten. "Nach diesem Wochenende muss ich davor fairer Weise den Hut ziehen. Etwa im Super G war es bis zur Nummer 31 wirklich spannend", meinte der 48-Jährige. Tatsächlich schafften nur der in den Speed-Bewerben ebenfalls stark verbesserte Liechtensteiner Marco Büchel (6.) und der Franzose Pierre-Emmanuel Dalcin (9.) mit Startnummern unter 20 den Sprung in die Top Ten. "Das spricht für die Strecke", meinte Pum.

Ersten 30 sollen ausgelost werden
Der Oberösterreicher fürchtet aber schon jetzt die im Februar und März üblichen weichen Pisten. Er tritt daher für eine Regel-Adaptierung ein. "Es wäre gerechter, wenn die ersten 30 nicht umgedreht, sondern ausgelost würden. So hätte jeder die gleiche Chance auf gute Nummern, das gleicht sich dann im Lauf der Saison aus."

Konkurrenz wundert sich
Auf Grund der dominierenden Rolle der Österreicher wundern sich andere Nationen über derartige Probleme beim ÖSV-Team. Die Deutschen etwa haben andere Sorgen, in den bisherigen fünf Herren-Rennen gab es für das DSV-Team noch keinen einzigen Weltcup-Punkt. Im Lager der Österreicher hatte man freilich sehr wohl auch andere Themen. Neben dem alles überragenden Eberharter freute man sich u.a. vor allem auch mit Josef Strobl und Werner Franz.

Josef Strobl und Werner Franz beeindruckend
Beide feierten nach schweren Verletzungen eine beeindruckende Rückkehr in den Weltcup. Strobl wurde Zweiter im Super G und Vierter in der Abfahrt, der Kärntner Franz kam am Samstag immerhin auf den zehnten Platz. "Ich brauche jetzt nur noch mehr Rennerfahrung", sagte der Tiroler. Auch Hannes Trinkl schaffte als Abfahrtszweiter einen Stockerlplatz, im Super G wurde er als Elfter klassiert, nachdem er vor dem Flachstück den Schwung hatte abstechen müssen. Ein kräftiges Lebenszeichen gab auch Andreas Schifferer als Super-G-Fünfter, der Salzburger war zuletzt eher von der Rolle und als Abfahrts-15. Schlechtester (!) der elf ÖSV-Läufer gewesen.

2.12.2002 10:32