Trondheim: Martin Höllwarth gewinnt Weltcup-Springen
- Drei weitere ÖSV-Adler unter den besten Acht
- Widhölzl übernahm Führung im Gesamtweltcup

Österreichs Skispringer durften am Samstag bereits über den zweiten Saisonsieger aus ihrer Mannschaft jubeln: Der 28-jährige Martin Höllwarth holte in Trondheim nach fast sechs Jahren Unterbrechung (Willingen 1997) seinen insgesamt vierten Weltcup-Erfolg. Der 28-jährige Tiroler segelte auf 129 und 128,5 m und verwies mit nur vier Zehntel Punkten Vorsprung den norwegischen Überraschungsmann Sigurd Pettersen auf Rang zwei, Dritter wurde unmittelbar vor Kuusamo-Sieger Andreas Widhölzl der Deutsche Michael Uhrmann. Widhölzl übernahm damit sogar die Führung im Gesamt-Weltcup, auch im Nationencup liegt das rot-weiß-rote Team voran.
Besonders erfreulich auch die ausgezeichneten Resultate der ÖSV-Nachwuchsleute: Der 1,94-m-Mann Florian Liegl (19 Jahre) und Andreas Kofler (18) sorgten mit den Rängen sechs bzw. acht für ihre ersten Top-Ten-Platzierungen. Co-Trainer Stefan Horngacher: "Es ist toll, dass sie keine Nerven gezeigt haben." Martin Koch (15.) und Andreas Goldberger (19.) komplettierten das auch mannschaftlich überaus erfreuliche Ergebnis. Bemerkenswert ist auch die Willenskraft von Goldberger, der sich vor dem Probedurchgang beim Anziehen des Sprunganzugs die ohnehin lädierte linke Schulter ausgekegelt hatte, nach einer Behandlung durch den ÖSV-Physiotherapeuten aber an den Start ging und einen Top-20-Rang herausholte.
Knappes Ergebnis
Wie knapp das Resultat am Samstag war, zeigt ein Blick auf die Top 5, die innerhalb von nur 4,3 Zählern lagen. "Wir haben heute schon auch ein bisschen Glück gehabt, aber das gehört dazu", freute sich Cheftrainer Hannu Lepistö. "Aber Hölli ist sehr stark gesprungen und Swider hat gar nicht ganz sein Niveau gezeigt." Den Finnen freuten freilich auch die Leistungen der Team-Youngsters Kofler und Liegl besonders. Letzterer wurde ja kurzfristig aus dem B-Kader nominiert. Mit 1,94 Metern Körpergröße ist er eher die Ausnahme im Springer-Lager: "Das ist gut für unseren Sport", meint Lepistö.
ÖSV-Erfolge sind kein Zufall
Doch auch wenn sowohl beim Erfolg von Widhölzl in Kuusamo als auch jenem von Höllwarth in Trondheim etwas Glück dabei war, von ungefähr kommen diese Siege nicht. "Das Ganze ist sicher kein Zufall, unsere Leute sind schon sehr gut", meinte Horngacher. "Wenn ein Widhölzl unter seinen Möglichkeiten springt und trotzdem Vierter wird, dann ist das ein gutes Zeichen", sagt Steff über seinen Freund und früheren Zimmer-Kollegen. Natürlich war der insgesamt vierte Weltcup-Erfolg Höllwarths mit nur 0,4 Zehntelpunkten Vorsprung auch glücklich, vor allem auch weil der norwegische Aufsteiger Pettersen mit einem 135,5-m-Flug und optimalen Windbedingungen die Tageshöchstweite in den Auslauf gesetzt hatte.
Österreichs Adler im Aufwind
Das Konzept, neben den acht Fixstartern mit Liegl einen neunten Mann mitzunehmen, ist für den ÖSV aufgegangen. Am Sonntag, das war schon vor dem Bewerb fest gestanden, darf Reinhard Schwarzenberger an den Start gehen, Thurnbichler (34.) muss zuschauen. Um nur einen halben Punkt verpasste der Steirer Wolfgang Loitzl den Platz im Finale der besten 30. Jedenfalls darf man auch für den vierten Bewerb (Sonntag, 14:00 Uhr) wieder darauf hoffen, dass die ÖSV-Adler um einen Podestplatz mitspringen.
| Endklassement Trondheim: | |||
| 1. | Martin Höllwarth | AUT | 268,0 (129,0/128,5) |
| 2. | Siggurd Pettersen | NOR | 267,6 (124,0/135,5) |
| 3. | Michael Uhrmann | GER | 266,9 (128,5/132,0) |
| 4. | Andreas Widhölzl | AUT | 265,8 (128,0/130,5) |
| 5. | Adam Malysz | POL | 263,7 (128,5/128,0) |
| 6. | Florian Liegl | AUT | 255,8 (126,0/130,0) |
| 7. | Roar Ljökelsöy | NOR | 252,2 (120,0/131,5) |
| 8. | Andreas Kofler | AUT | 251,7 (125,5/126,0) |
| 9. | Janne Ahonen | FIN | 251,6 (129,5/120,0) |
| 10. | Matti Hautamäki | FIN | 251,3 (123,0/128,0) |
| 11. | Noriaki Kasai | JPN | 247,2 (122,5/124,0) |
| 12. | Peter Zonta | SLO | 247,1 (122,5/127,0) |
| 13. | Hideharu Miyahira | JPN | 245,4 (119,0/129,0) |
| 14. | Kim-Roar Hansen | NOR | 244,0 (120,0/127,5) |
| 15. | Martin Koch | AUT | 241,3 (121,5/127,0) |
| 16. | Primoz Peterka | SLO | 239,7 (120,0/126,5) |
| 17. | Arttu Lappi | FIN | 237,7 (120,5/123,5) |
| 18. | Georg Späth | GER | 232,0 (119,0/123,5) |
| 19. | Andreas Goldberger | AUT | 219,5 (115,5/119,5) |
| 20. | Henning Stensrud | NOR | 219,3 (114,0/122,0) |
| 21. | Roberto Cecon | ITA | 211,1 (113,0/121,5) |
| 22. | Tami Kiuru | FIN | 209,7 (115,5/116,0) |
| 23. | Damjan Fras | SLO | 206,1 (112,5/117,0) |
| 24. | Kazuyoshi Funaki | JPN | 201,8 (109,5/116,5) |
| 25. | Simon Ammann | SUI | 194,7 (113,5/108,0) |
| 26. | Michael Neumayer | GER | 193,0 (116,0/111,5) |
| 27. | Robert Kranjec | SLO | 192,4 (114,5/114,5) |
| 28. | Tomasz Pochwala | POL | 188,5 (112,5/110,0) |
| 29. | Tommy Ingebrigtsen | NOR | 187,5 (111,0/109,0) |
| 30. | Marcin Bachleda | POL | 174,3 (108,0/105,5) |
| weiter - im ersten Durchgang out: | |||
| 31. | Wolfgang Loitzl | AUT | 89,9 (108,0) |
| 34. | Stefan Thurnbichler | AUT | 88,8 (108,5) |
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