Dienstag, 3. Dezember 2002

Platz unter ersten sechs EM-Ziel der ÖHB-Frauen

  • EM-Turnier in Dänemark erstmals mit 16 Teams
  • PLUS: Alle Details zur EM

Während der stillsten Zeit des Jahres, dem Advent, steht für die Handballerinnen der Höhepunkt des Jahres ins Haus. Von Freitag bis 16. Dezember kämpfen in Dänemark erstmals 16 Länder um den Frauen-EM-Titel. Österreich trifft in der Gruppe A in Helsinge, etwa 25 km nordöstlich von Kopenhagen, auf den EM-Vierten Rumänien (Freitag), den WM-Dritten Jugoslawien (Samstag) und Schweden (Sonntag).

Nach dem zwölften und letzten EM-Platz 2000 in Rumänien sowie dem siebenten WM-Rang zuletzt in Südtirol erwartet die nach Olympia 2000 neu formierte österreichische Auswahl einen weiteren Aufwärtstrend. "Es wird schwer, aber ein Platz unter den ersten sechs ist möglich und auch unser Ziel. Es könnte andererseits auch schon nach der Vorrunde für uns das Aus kommen", nannte ÖHB-Teamchef Ole Eliasen am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Perchtoldsdorf das Ziel seiner Truppe.

Vorrunde überstehen
An einen vorzeitigen EM-Abschied denkt freilich niemand. Voraussetzung dafür ist, die Gruppe A zumindest als Dritter zu überstehen. Die ersten Drei treffen dann in der Hauptrunde (zwei Sechser-Gruppen) auf die ersten Drei des Pools B, wobei Eliasen von dort den EM-Zweiten Ukraine, Olympiasieger und Gastgeber Dänemark sowie Frankreich oder die Niederlande erwartet. Gegen seine Landsleute hat Österreich auswärts auch die letzten zwei EM-Tests absolviert.

Deckung ist große Stärke
Die Österreicherinnen verloren zwar 21:25 und 23:33, waren aber nicht in stärkster Besetzung angetreten. Kreisläuferin Rima Sypkus und Flügel Babsi Strass haben verletzungsbedingt gefehlt. Die Erkenntnis von Eliasen: "Die aggressive 6:0-Deckung und die verschobene 5:1-Variante haben unglaublich gut funktioniert. Die Deckung ist unsere große Stärke, im Angriff hingegen fehlte uns noch ein bisschen das Timing und die Harmonie."

Sieben Legionärinnen im Kader
Der Teamchef vertraut im Wesentlichen auf dasselbe Aufgebot wie im vergangenen Jahr. Das Gerippe bilden in dem 16-er-Kader nicht weniger als sieben Legionärinnen, die in Dänemark (Fridrikas), Island (S. Strass, Engl), Deutschland (Ofenböck, Mika, B. Strass) und Spanien (Teodorovic) ihr Geld als Profi verdienen und mit ihren Klubs zumeist auch Tabellenführer sind. Bemerkenswert ist, dass Österreichs Meister Hypo NÖ mit Katrin Engel nur eine Spielerin stellt.

Strass steht vor Rekord
Im Vergleich zum Vorjahr neu im Kader sind Manuela Szivatz und Renate Cieloch (beide MD Wr. Neustadt), die nach ihrer Babypause zurückgegekehrt ist. Zwei Spielerinnen könnten in Dänemark zwei Kapitel rot-weiß-roter Handball-Geschichte schreiben. Barbara Strass, die ihre Daumenverletzung fast überstanden hat, könnte zur Rekordspielerin werden. Sie hält derzeit in der Länderspiel-Statisik mit 235 Partien hinter Iris Morhammer (237 Spiele mit 660 Toren) die zweite Stelle in der ewigen Rangliste.

Fridrikas vor 1.000-Tore-Schallmauer
Ausra Fridrikas, die seit Sommer in Dänemark engagiert ist, hat in ihren bisherigen 116 Länderspielen 927 Tore erzielt. In ihrer neuen Wahlheimat könnte die Aufbauspielerin die Schallmauer von 1.000 Treffern durchbrechen. Die Bestmarke in dieser Wertung ist übrigens im Besitz von Jasna Kolar-Merdan, die insgesammt 1.206 Mal im ÖHB-Dress getroffen hat.

3.12.2002 14:30