Sonntag, 8. Dezember 2002

Rekordschmelze in der Arktis

  • US-Geologen sehen eindeutige Folge der Erderwärmung

Die Eisdecke über dem Nordpolarmeer ist in diesem Sommer so stark abgeschmolzen wie nie zuvor seit Beginn der Messungen. Klimaforscher sehen in dieser Entwicklung einen Hinweis auf langfristige Klimaänderungen auf Grund der menschlichen Lebensweise.

Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die am Samstag auf einer Konferenz der Amerikanischen Geophysikalischen Union vorgestellt wurden, war die Eisfläche in der Arktis im September dieses Jahres um vier Prozent kleiner als in allen Jahren zuvor seit Beginn der Messungen im Jahr 1978.

Als Ursachen hält Mark Serreze von der Universität Colorado mehrere Einflüsse für möglich: die Zerstörung der schützenden Ozonschicht auf Grund von Umweltverschmutzung, andere Änderungen in der Atmosphäre über der Arktis sowie Schwankungen in den Meeresströmungen des Nordpolarmeers. Der Arktische Ozean ist der kleinste, flachste und kälteste aller Ozeane der Erde.

Besonders stark ausgeprägt ist die Eisschmelze auf der Insel Grönland. Dort hat sich die Schmelzfläche nach Untersuchungen der Geologen aus Colorado seit 1979 um 16 Prozent vergrößert.

8.12.2002 11:07