Donnerstag, 5. Dezember 2002

USA überzeugt: Irak besitzt Massenvernichtungswaffen

  • "Haben solide Hinweise darauf" / Bagdad streitet ab
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Die USA haben nach eigenen Angaben solide Informationen, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt, obwohl UNO-Waffeninspektoren bisher keine Hinweise darauf gefunden haben. US-Präsident George W. Bush und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hätten nicht erklärt, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitze, wenn sie dafür keine solide Grundlage hätten, sagte der Sprecher des US-Präsidialamtes, Ari Fleischer am Donnerstag.

Die US-Regierung besitze Geheimdienstinformationen, dass der Irak ein Programm für Massenvernichtungswaffen habe. Der Irak bestreitet chemische, biologische oder atomare Waffen zu entwickeln oder zu besitzen.

Die US-Regierung hatte mehrfach erklärt, Iraks Verzicht auf Massenvernichtungswaffen notfalls mit militärischer Gewalt durchsetzen zu wollen. Seit der vergangenen Woche suchen Waffeninspektoren der Vereinten Nationen im Irak nach solchen Waffen.

USA planen Reservisten zu mobilisieren
Das US-Verteidigungsministerium plant einem Zeitungsbericht zufolge, in den kommenden Tagen Tausende von Nationalgardisten und Reservisten zu mobilisieren. Diese sollten im Falle eines Irak-Kriegs zentrale militärische Aufgaben übernehmen, berichtete die "New York Times" am Donnerstag unter Berufung auf Kreise in dem US-Ministerium. Demnach sollen zunächst 10.000 Reservisten, vor allem Militärpolizisten, eingezogen und in den Vereinigten Staaten sowie außerhalb des Landes eingesetzt werden.

Die Einberufung werde lediglich der Anfang einer umfassenden Mobilisierungskampagne sein, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die Kreise. Deren Umfang und Zeitpunkt richte sich nach der Bereitschaft des Iraks, seine chemischen, biologischen und atomaren Waffen abzugeben sowie nach dem Fortschritt der Waffeninspektionen der Vereinten Nationen im Irak. Die USA haben erklärt, Iraks Verzicht auf Massenvernichtungswaffen notfalls mit Gewalt durchsetzen zu wollen. Der Irak bestreitet solche Waffen zu besitzen.

Noch seien keine endgültigen Entscheidungen getroffen, es gebe jedoch Pläne, im Falle eines Krieges etwa genau so viele Reservisten einzuziehen wie während des Golfkriegs 1991, berichtete die Zeitung. Nach deren Angaben waren dies 265.000. Zur Landesverteidigung nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 sowie für den Krieg in Afghanistan seien bisher 50.755 Reservisten einberufen worden.

5.12.2002 16:38