Donnerstag, 5. Dezember 2002

Schnee- und Eissturm in USA fordert mind. 20 Tote

  • Millionen Haushalte ohne Strom, tausende Autos blieben stecken
  • Bis zu 25 Zentimeter Schnee in Washington

Einen Tag nach dem ersten Schneesturm der Saison haben hunderttausende Menschen an der amerikanische Ostküste bei eisigen Kälte weiter ohne Strom ausharren müssen. Allein in den südlichen Bundesstaaten North und South Carolina verbrachten 1,5 Millionen Menschen die Nacht ohne Licht. Mindestens 20 Menschen starben - die meisten davon bei Unfällen auf vereisten Straßen.

Der Gouverneur von North Carolina, Mike Easley, kündigte an, dass die Menschen vermutlich auch am Wochenende ohne Strom auskommen müssten. Hunderte Helfer arbeiteten an der Reparatur der Leitungen. Unterdessen waren die Bewohner der Carolinas damit beschäftigt, ihre Straßen nicht nur vom Schnee, sondern auch von den umgefallen Bäumen zu befreien. Bereits in den frühen Morgenstunden war in vielen Bezirken der Stadt Charlotte Kettensägen zu hören. In den örtlichen Baumärkten waren die Sägen bereits am Donnerstag ausverkauft.

Schulfrei in Washington
In Washington und New York sorgten rund 20 Zentimeter Schnee für winterliche Verhältnisse. Im gesamten Großraum Washington fiel auch am Freitag am zweiten Tag in Folge die Schule aus. Viele Kinder nutzten die unerwartete Freiheit und rasten mit ihren Schlitten den Kapitolshügel herunter oder bauten Schneemänner.

In New York hatten 1.000 Schneepflüge am Donnerstag die Straßen frei geräumt. Die Stadt, die niemals schläft, war von dem Wintereinbruch überrascht worden. Ein solcher Wintersturm so früh im Jahr habe es seit 1938 in New York nicht mehr gegeben, erklärten Meteorologen. Normalerweise kommt der Wintereinbruch erst am 22. Dezember.

Hoffen auf Wetterbesserung
Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN sollte der Sturm im Laufe der Nacht zum Samstag an Kraft verlieren und über dem Meer auslaufen. Das Unwetter war von Texas über Louisiana, Tennessee, Virginia bis in die Neu-England-Staaten gezogen.

Auf den vereisten Straßen kam es zu hunderten Unfällen. Für Hunderttausende Flugreisende brachte das Unwetter stundenlange Verspätungen. In Charlotte, dem Drehkreuz der Fluggesellschaft US Airways, konnten wegen der Stromausfälle 100 Flugzeuge nicht enteist werden. Die Verbindungen wurden gestrichen, 3.000 Passagiere saßen fest.

5.12.2002 09:59