Mittwoch, 4. Dezember 2002

Explosion: IKEA-Erpresser versteckte Bombe

  • Zehn IKEA-Filialen geschlossen, drei Bomben gefunden
  • Auch Drohung gegen Zentrale der Nachrichtenagentur ANP

Ein Erpresser löste Bomben-Terror in den Niederlanden aus! Zwei Polizisten wurden verletzt, als sie eine der Höllenmaschinen entschärfen wollten! Zehn IKEA-Filialen mussten in der Nacht auf Mittwoch geschlossen werden. In drei Geschäften waren tatsächlich Sprengsätze versteckt. Mittwoch Vormittag wurde ein "verdächtiges Paket" in Utrecht gesprengt. Und auch die Zentrale der Nachrichtenagentur ANP musste evakuiert werden. Die fünf Österreich-Filialen sind nicht betroffen (siehe Kasten rechts).

Eine Verbindung zu einem terroristischen Hintergrund, insbesondere dem laufenden ersten Prozess gegen mögliche El-Kaida-Mitglieder in Rotterdam, wurde von den Fahndern zunächst ausgeschlossen.


"Wir glauben nicht an einen terroristischen Zusammenhang", sagte ein Amsterdamer Polizeisprecher. "Wir haben Hinweise, dass es nichts damit zutun hat." Der schwedische Botschafter in Den Haag, Björn Skala, sagte, die Möbelhauskette habe am Dienstag "Drohbriefe von einer unbekannten Person" erhalten. Darin sei angedeutet worden, dass Sprengsätze in Warenhäusern der schwedischen Kette deponiert worden seien. Alle zehn IKEA-Filialen in den Niederlanden blieben am Mittwoch zunächst geschlossen. Nach Angaben des Unternehmens gab es Hinweise auf weitere Anschläge.

Laut österreichischer IKEA-Sprecherin Vyskocil erhielt die Möbelkette in den Niederlanden ein Erpresserschreiben. Darin sei eine "klare Geldforderung" enthalten, wie sie zur APA sagte. Auch das sei ein Indiz dafür, dass ein rein krimineller, aber kein terroristischer Hintergrund gegeben sei.

Bombe explodierte beim Entschärfen: Polizisten verletzt
Die Polizeibeamten wurden in ihrer Dienststelle beim Entschärfen eines Sprengsatzes verletzt, der in der IKEA-Filiale in Sliedrecht bei Rotterdam gefunden worden war. Ein weiterer Sprengsatz wurde in Amsterdam sicher gestellt und bei der Durchsuchung eines Warenhauses in Utrecht ein verdächtig aussehendes Paket entdeckt und zerstört, hieß es. Während dieser Aktion war eine nahe liegende Autobahn voll gesperrt worden.

Es wurde nicht bekannt gegeben, wie die Polizei den Sprengsätzen auf die Spur kam, um was für Bomben es sich handelte und wer als Täter in Frage kommen könnte. Vyskocil sagte zur APA, die Polizei sei beim Ermitteln. Mit allzu schnellen Ergebnissen, die der Öffentlichkeit vorgelegt würden, sein zunächst nicht zu rechnen. Unklar blieb zunächst, ob ein Zusammenhang mit ebenfalls aufgetauchten Bombendrohungen gegen die niederländische Nachrichtenagentur ANP besteht.

Alarm bei Nachrichtenagentur, Büro geräumt
Die mehr als 100 Mitarbeiter in der Zentrale der Nachrichtenagentur ANP in Rijswijk bei Den Haag mussten in der Früh ihre Arbeitsplätze im Süden Den Haags räumen. Die Berichterstattung werde über die Büros in Amsterdam und Rotterdam aufrechterhalten, teilte die Leitung der Agentur mit. Sprengstoffexperten durchsuchten die Zentrale.

4.12.2002 08:41