Mittwoch, 4. Dezember 2002

Irak will Waffen-Bericht früher als gefordert abgeben

  • Erklärung soll am Samstag vorliegen
  • PLUS: Alle Hintergrund-Infos zum Konflikt um den Irak!

Der Irak will nach eigenen Angaben einen Tag früher als von der UNO gefordert eine Auflistung seiner Waffenprogramme abgeben. Der für die Zusammenarbeit mit den UNO-Waffeninspektoren verantwortliche irakische Verbindungsoffizier Hussam Mohammed Amin sagte am Dienstag, die Erklärung werde am Samstag vorgelegt. Sie werde Neuheiten enthalten, sagte Amin.

Die USA erklärten, das Dokument angemessen gründlich prüfen zu wollen. Die Waffeninspektoren inspizierten zum ersten Mal einen Palast von Iraks Präsident Saddam Hussein. NATO-Mitglied Türkei erklärte seine Bereitschaft, der US-Luftwaffe im Falle eines Krieges gegen Irak die Nutzung türkischer Stützpunkte zu gestatten.

Amin: Keine Massenvernichtungswaffen im Irak
Amin wiederholte die Position seiner Regierung, dass Irak nicht über Massenvernichtungswaffen verfüge. "Diese Tatsache ist allen Ländern bekannt, einschließlich der USA und Großbritannien und alle betroffenen Staaten", sagte er. Der Sprecher des US-Präsidialamts, Ari Fleischer, sagte, der Bericht könne hunderte, wenn nicht sogar tausende Seiten umfassen und müsse gründlich untersucht werden. Seit dem Beginn der Inspektionen am 27. November sind keine Hinweise auf atomare, biologische und chemische Waffen gefunden worden.

Experten sagten, das Dokument könne einige wirkliche Enthüllungen enthalten. "Klug wäre es, einige Dinge hineinzutun, bei denen er (Saddam) sich ziemlich sicher sein kann, dass wir sie nicht wissen", sagte Steven Simon vom Internationalen Institut für Strategische Studien. Dieses Zeichen einer Kooperation würde die Situation für die USA und Großbritannien im UNO-Sicherheitsrat schwieriger gestalten.

Die Inspektoren untersuchten am Dienstag den El-Sodschud-Palast im Bezirk Karch im Zentrum der Hauptstadt Bagdad. Bei früheren Inspektionen war ihnen der Zutritt zu den Palästen verwehrt worden. Die ersten Inspektionen waren 1998 abgebrochen worden. In der im Oktober verabschiedeten Resolution des UNO-Sicherheitsrates wird ein ungehinderter Zugang zu den Palästen verlangt.

Die Zusage an die USA zur Nutzung türkischer Luftwaffenbasen im Kriegsfall gab der türkische Außenminister Yasar Yakis nach einem Gespräch mit dem britischen Außenminister Jack Straw in Ankara. Allerdings hoffe die türkische Regierung weiterhin, dass der Rüstungsstreit zwischen seinem südlichen Nachbarn und den USA friedlich beigelegt werden könne.

4.12.2002 08:26