Wirbel in Wels: Kripo-Chefin fühlt sich diskriminiert
- "Dienstjüngerer" Mann wurde stellvertretender Polizeidirektor
Wirbel bei der Polizei Wels: Die Kripo-Chefin Elfriede Kitzmantel wandte sich am Montag in einer - "privaten" - Aussendung an die Öffentlichkeit, weil sie sich als Frau diskriminiert fühlt. Es geht um den Posten des stellvertretenden Polizeidirektors von Wels. Kitzmantel ist der Auffassung, sie als "rangältester Abteilungsleiter" hätte zum stellvertretenden Polizeichef ernannt werden sollen. Tatsächlich sei ihr aber ein wesentlich "dienstjüngerer" Mann vorgezogen worden. Kitzmantel schaltete jetzt auch die Gleichbehandlungskommission im Sozialministerium ein.
Die Aussendung der Kripo-Chefin ist scharf formuliert: "Ich möchte mich nun privat an alle Medien richten, damit auch in der Öffentlichkeit bekannt wird, welchen Charakter die Vorgesetzten im Bereich der Polizei Wels haben". Dann legte Kitzmantel dar, dass bisher immer der dienstälteste Jurist stellvertretender Polizeidirektor geworden sei. Nach der Pensionierung des bisherigen stellvertretenden Polizeichefs Walter Just wäre sie an der Reihe gewesen. "Ich habe die Dienstprüfung bereits 1980 abgelegt und bin seit 1996 Abteilungsleiterin", so Kitzmantel.
Tatsächlich aber sei jetzt ein bisher in Steyr tätig gewesener Jurist Polizeidirektor-Stellvertreter in Wels geworden, der erst im Dezember vergangenen Jahres seine Dienstprüfung abgelegt habe, kritisiert Kitzmantel. In Steyr und auch Linz hätte sich der Jurist "hinten anstellen müssen". Anders in Wels, hier habe er sofort einen Hofratsposten bekommen und sei stellvertretender Polizeichef geworden, "hier kann man dies ja machen, denn in Wels schaltet man 'ja nur eine Frau' aus", schrieb Kitzmantel in ihrer "privaten" Aussendung.
Der Personalreferent der Welser Polizei, Amtsdirektor Helmut Scharinger, wies die Vorwürfe Kitzmantels zurück. Walter Just sei Leiter der Verwaltungspolizeilichen Abteilung gewesen, daher sei dieser Posten zur Nachbesetzung ausgeschrieben worden, verbunden mit der Funktion des stellvertretenden Polizeidirektors. Elfriede Kitzmantel sei aber nicht bereit gewesen, in die Leitung der Verwaltungspolizeilichen Abteilung zu wechseln, sie wollte Kripo-Chefin bleiben. Der Jurist aus Steyr hingegen habe sich für Leitung der Verwaltungspolizeilichen Abteilung beworben und sei genommen worden, daher sei er auch stellvertretender Polizeidirektor geworden, so Scharinger, "die Entscheidung hat hundertprozentig nichts mit dem Geschlecht zu tun".
Was Kitzmantel wiederum nicht so gelten lässt: Es seien auch in der Vergangenheit Kripo-Chefs stellvertretende Polizeidirektoren in Wels gewesen, beteuert sie und setzt ihre Hoffnung jetzt auf die Gleichbehandlungskommission.
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