Freitag, 29. November 2002

Schule verbietet Eltern Aufnahmen vom Krippenspiel

  • Aus Angst vor Pädophilen

Aus Angst, die Bilder könnten Pädophilen in die Hände fallen, hat eine englische Schule Eltern verboten, das diesjährige Krippenspiel ihrer Kinder zu filmen. Laut Medienberichten forderte die Direktorin der Sundon Lower School, Susan Stokes, die Eltern in Briefen auf, weder Videokameras noch digitale Fotoapparate mit zu der Aufführung zu bringen.

Sie befürchtet, die Aufnahmen könnten über das Internet verbreitet werden. Die Schule in der Nähe der südenglischen Stadt Luton besuchen 94 Schüler im Alter von vier bis neun Jahren.

Schule verweigert Kommentar
Ein großer Teil der Öffentlichkeitsarbeit habe sich in diesem Jahr mit dem Thema Kinderschutz befasst, schrieb Stokes nach Informationen der BBC in ihrem Brief. Deshalb werde man keine Aufzeichnung der Veranstaltung erlauben. Die Schule lehnte jeden Kommentar zu den Berichten ab und verwies auf die zuständige Bildungsbehörde. Dort hieß es, über solche Angelegenheiten könnten die Schulen selbst entscheiden.

Durchgedreht?
Beim konservativen Stadtverordneten Richard Stay stieß die Anweisung der Schule auf Ablehnung. Beim Versuch, sich politisch korrekt zu verhalten, seien die Verantwortlichen der Schule wohl durchgedreht, sagte er. Auch David Hart vom Nationalverband der Schuldirektoren zeigte sich überrascht. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Fotos von Krippenspielen für pornografische Zwecke verwenden kann", sagte Hart der Zeitung "The Times".

29.11.2002 13:30