Dienstag, 26. November 2002

Größter Fall von "Identitätsdiebstahl": 2,7 Mio. $ Beute!

  • Mindestens 30.000 Amerikaner bestohlen
  • Staatsanwalt: Ein "finanzieller Albtraum"

Sie zapften Computer an, stahlen streng geheime Daten! In den USA ist der bisher größte Fall von "Identitätsdiebstahl" aufgedeckt worden. Mindestens 30.000 Amerikaner wurden um ihr hart verdientes Geld gebracht! Schaden: 2,7 Millionen Dollar! Zwei der mutmaßlichen Täter wurden festgenommen.

Sie hatten sich die vertraulichen Daten - wie Sozialversicherungsnummern und Kreditwürdigkeitsangaben - besorgt. Dann leerten sie die Bankkonten und kauften mit den Kreditkarten ein. Staatsanwalt James Comey sprach am Montag von dem "finanziellen Albtraum" eines jeden Amerikaners.

Nach seinen Angaben hatte der 33-jährige Philip Cummings bei der Softwarefirma TCI gearbeitet. Deren Software erlaubt es Firmen wie etwa dem Autokonzern Ford, bei großen Kreditprüfungsunternehmen in den USA Angaben über die Zahlungsmoral ihrer Kunden zu erhalten.

Cummings leitete diese Angaben über die Kreditwürdigkeit an seinen Komplizen Linus Baptiste weiter, der sie mit persönlichen Daten wie Sozialversicherungsnummern und Adressen abglich. Das kombinierte Datenpaket wurden dann für 60 Dollar pro Person an Kriminelle verkauft. Diese erhielten damit Zugriff auf die Bankkonten ihrer Opfer und konnten damit sogar neue Kreditkarten beantragen.

In den USA ist Identitätsdiebstahl ein seit Jahren stark wachsender Kriminalitätsbereich. Erleichtert wird dies dadurch, dass es in den USA keinen einheitlichen Ausweis gibt und für viele Transaktionen nur die Sozialversicherungsnummer als Kontrolle verlangt wird, die für Kriminelle relativ leicht zu erhalten ist.

26.11.2002 09:10