Vivendi: Trennung von traditionellem Kerngeschäft
- Konzentration auf auf Medien- und Telefonmarkt
Der angeschlagene Pariser Mischkonzern Vivendi Universal hat die endgültige Trennung von seiner Wasser- und Umweltsparte in die Wege geleitet und gibt damit sein ehemaliges Stammgeschäft auf. Die Gruppe stößt noch in diesem Jahr zunächst 20,4 Prozent von Vivendi Environnement an französische Großanleger ab und senkt damit ihre Schuldenlast deutlich. Zukünftig will sich der Vivendi-Konzern vor allem auf den Medien- und Telefonmarkt konzentrieren.
Für die Wassersparte, zu der auch knapp ein Viertel des deutschen Versorgers Berlinwasser gehört, kassiert Vivendi Universal den Angaben zufolge noch in diesem Jahr zunächst 1,86 Mrd. Euro in bar. Das Aktienpaket wird an eine so genannte stabile Investoren-Gruppe um den staatlichen Stromversorger Electricite de France (EDF) veräußert, an den die größte Tranche von rund vier Prozent des VE-Kapitals geht. Beteiligt sind ferner die Banken- und Versicherungsgruppen AGF, AXA, BNP Paribas, Credit Lyonnais, CIC, CNP, Credit Agricole und Societe Generale.
Den Angaben zufolge sollen die bei VU verbliebenen 20,4 Prozent von Vivendi Environnement (VE) bis Ende 2004 an denselben Anlegerkreis abgetreten werden. Der Vivendi-Gesamtkonzern senkt damit seine Schuldenlast von 37 Mrd. Euro von Ende vergangenen Jahres auf 14 Mrd. Euro Ende dieses Jahres. Mit dem Verkauf trennt sich die frühere Compagnie Generale des Eaux nach knapp 150 Jahren von ihrem seit 1853 betriebenen Kerngeschäft.
Hoch verschuldet
Vivendi Universal ist hoch verschuldet und braucht Geld, um sein Telefongeschäft gegen ein Übernahmeoffert des britischen Konkurrenten Vodafone zu verteidigen. In den vergangenen Wochen hatte der neue Konzernchef Jean-Rene Fourtou zahlreiche milliardenschwere Firmenverkäufe angekündigt, darunter die Verlagssparten im In- und Ausland und die Anteile am Internet-Portal Vizzavi.
Mit den Erlösen aus dem Teilverkauf seiner traditionsreichen Wassersparte könnte das französisch-amerikanische Medienhaus Vivendi auch ein Übernahmeangebot für den Telekomkonzern Cegetel legen. Unternehmensnahen Kreisen zufolge ist Vivendi bereit, ein Kaufangebot in Höhe von vier Mrd. Euro für die lukrative Cegetel mit deren Mobilfunknetz SFR vorzulegen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. In einem Bericht der Zeitung "Le Parisien" hieß es am Montag zudem, Vivendi habe sich am Sonntag mit Bankenvertretern getroffen, um die Finanzierung der geplanten Übernahme zu vereinbaren.
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