Wiener Städtische hat Ärger mit Kapital & Wert-Tochter
- 14,5 Mio. € in wertlose argentinische Staatsanleihen veranlagt
Die Wiener Städtische Versicherung hat Ärger mit ihrer Tochter Kapital & Wert Vermögensverwaltung AG (K&W), berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe. Privatanleger, die sich nach 1992 bei der K&W-Immobilientochter Boden-Invest Beteiligungs-GmbH & Co KEG als Kommanditisten beteiligt hätten, fühlten sich um Mio. Euro geprellt.
Den insgesamt 10.000 Anlegern seien jährliche Renditen in der Größenordnung von fünf Prozent und mehr in Aussicht gestellt worden - erstmals abrufbar nach zehn Jahren. Die Gesellschaft habe aber beträchtliche Teile des Anlegervermögens vernichtet, zumal nur ein Teil der Anlegergelder in Immobilien und der Rest in "mehr oder weniger solide Wertpapiere" veranlagt worden sei, heißt es im Bericht. Mitte der neunziger Jahre seien allein 14,5 Mio. Euro in heute unverkäufliche und wertlose argentinische D-Mark-Staatsanleihen geflossen.
Von den insgesamt 80 Mio. Euro, die nach 1992 aufgebracht worden seien, seien zuletzt noch 67 Mio. vorhanden, schreibt "profil" weiter. Unter Einrechnung früherer Gewinne und Zinsen betrage der bisherige Verlust insgesamt 20 Mio. Euro, was einem Minus von 25 Prozent entspreche.
"Die Boden-Invest ist keinesfalls verschuldet, illiquide oder sogar pleite. Wir haben ein Performace-Problem", zitiert das Magazin K&W-Vorstand Andreas Eder. "In den Prospekten der Boden-Invest war hauptsächlich von großartigen Immobilienprojekten die Rede. Als die Herren gemerkt haben, dass sich die Renditeversprechen nicht einlösen lassen, haben sie sich auf Wertpapierspekulationen verlegt", bemerkte der Wiener Anlegerschützer Wilhelm Rasinger. Auf Rasingers Tisch stapeln sich laut "profil" inzwischen Schreiben erboster Boden-Invest-Anleger. Es gebe noch viele, denen gar nicht bewusst sei, was da passiert sei, so Rasinger.
Um die Verluste nicht realisieren zu müssen, ist den betroffenen Boden-Invest-Anlegern laut "profil" inzwischen angeboten worden, das Geld bis auf weiteres in der Gesellschaft zu belassen, um von allfälligen künftigen Erträgen zu profitieren. K&W-Hauptaktionär Wiener Städtische - die Versicherung hält 53,79 Prozent, die Bawag 15 Prozent, der Rest ist Streubesitz - arbeite unterdessen an der Schadensbegrenzung. "Wir bemühen uns um eine ordentliche Abwicklung", sagte Wiener Städtische Generaldirektor Günter Geyer dem Magazin.
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