Nationalbank bittet Händler zur Euro-Schulung
- Falschgeldverbreitung in der Adventzeit beliebt
- Vor allem Trafiken und Taxiunternehmen betroffen
Die Österreichische Nationalbank (OeNB) bittet die Händler der Vorweihnachtszeit verstärkt zur Euro-Schulung. Denn gerade in dieser "Bargeldspitzenzeit" wird gerne Falschgeld verbreitet. "In dieser Zeit gibt es oft Stresssituationen, wo 'probiert' wird", sagte Stefan Augustin von der OeNB bei einem Workshop für Journalisten. Seit der Euro-Einführung bis Ende Oktober wurden in Österreich 2.420 Fälschungen sichergestellt, 120 Personen festgenommen.
Besonders Trafiken sind als "Umschlagplatz" sehr beliebt, weil dort schnelle Geschäfte abgewickelt werden. "Die Täter wählen günstige Zeiten aus, wenn viel los ist, wie in der Früh oder Abend kurz vor Ladenschluss", erklärte Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt (BK). Zudem würden die Kriminellen Dinge kaufen, die sie später weiterveräußern können, vor allem Zigaretten.
Gerne werden die Blüten auch bei Branchen wie Taxiunternehmen verbreitet. Denn beim Zahlen ist das Licht schlecht. Gemieden werden wiederum dunkle Lokale wie Discotheken. "Dort gibt es zu viel UV-Licht. Falsche Scheine leuchten wie Christbäume", weiß Zwettler. Deswegen wäre schon eine UV-Lampe in einem Geschäft für die Täter abschreckend.
"Die Reproduktionstechniken der Fälscher werden durch Computer und Drucker immer besser", sagte Euro-Projektleiter Augustin. Diese Kopiertechniken habe jeder Schüler daheim, meinte Zwettler. Bei Druckfälschungen sei schon mehr Equipment nötig, so der Kriminalist. "Die ausgehobenen Fälscher sind meist gewerbliche Druckereien, die tagsüber Visitenkarten produzieren und in der Nacht einer anderen Tätigkeit nachgehen."
Die Blüten unters Volk zu bringen ist laut Zwettler ein "mühsames Geschäft. "Die Personen werden angeworben, mit den Fälschungen ausgestattet und in die diversen Länder geschickt", so der Kriminalist. Die Verbreiter würden nicht einmal wissen, für wen sie arbeiten. Deswegen liefern diese meist keine entscheidenden Hinweise. Nun versuchen die Ermittler, Transportwege und Zwischenhändler zu attackieren. "Wir waren früher mit dem Schilling in Sachen Fälschungen eine Insel der Seligen. Die Leute sollen sich aber bewusst werden, dass das nicht mehr so ist", unterstrich Zwettler.
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