AK: Konsumenten kommt Kontoüberziehung teuer
- Überziehungszinsen: bis zu 13,25%! PLUS: bis zu 18% Zinsen
- Guthabenszinsen hingegen knausrig: 0,125 bis 0,5%
Überhöhte Soll- und niedrige Habenzinsen bei gängigen Girokonten kritisiert die Arbeiterkammer in einem aktuellen Test von acht österreichischen Banken: Für Überziehungszinsen innerhalb des vereinbarten Kontorahmens müssen bis zu 13,25% (!!) gezahlt werden. PLUS bis zu 18% Zinsen! Die Guthabenzinsen betragen dagegen magere 0,125 bis 0,5%. Die Preiserhöhungen im Zahlungsverkehr während der vergangenen 10 Jahre bezeichnet die AK schlicht als "exorbitant". Durch hohe Soll- und niedrige Habenzinsen sparten die Banken "erhebliche Refinanzierungskosten."
So die Kritik der Arbeiterkammer. Sie rät zur genauen Prüfung der Kontoauszüge und Verhandlungen mit der Bank.
Die Überziehung innerhalb des vereinbarten Rahmens - üblicherweise drei Monatsgehälter - kostet laut AK-Test zwischen 9 (Volksbank Wien) und 13,25 Prozent (Bank Austria-Creditanstalt) an Überziehungszinsen.
Abhebungen über den Kontorahmen hinaus werden mit 9,5 (BAWAG) bis 18,05 (BA-CA) verrechnet.
Die Guthabenzinsen betragen dagegen nur zwischen 0,125 Prozent (Erste Bank, Volksbank Wien, BA-CA, Raiffeisen Landesbank, Hypo NÖ) und 0,5 Prozent (BAWAG). Bei einem in die Neunzigerjahre zurück gehenden Vergleich zeige sich, dass die Guthabenzinsen von Girokonten seit 1995 um 55 Prozent gefallen sind, während die Leitzinsen in diesem Zeitraum wesentlich weniger stark gefallen seien, heißt es in dem Test.
"Wer sein Konto pausenlos überzieht, soll sollte besser einen Privatkredit aufnehmen", rät AK-Konsumentenschützer Harald Glatz. Mit den Banken solle man unbedingt einen Überziehungszinssatz ausverhandeln, wenn man den Rahmen in Anspruch nehme.
Als "exorbitant" bezeichnen die AK-Tester auch die Preissteigerungen im Zahlungsverkehr während der vergangenen zehn Jahre. So seien die Zahlscheingebühren seit 1995 um 455 Prozent gestiegen, die Kontoführungsgebühr habe um 125 Prozent zugelegt, kritisiert Glatz. Vergleichsweise moderat fielen dagegen die Steigerungen bei der Bankomatkarte aus, die gegenüber 1992 um knapp ein Drittel mehr kostet. Die Änderungen von Daueraufträgen wurden in dem Zeitraum um etwa 50 Prozent teurer.
Die Zinsen sollten der Kapitalmarktentwicklung angepasst und "fair" sein, fordert die AK von den Banken. Gutschriften sollten - genau so wie die Abbuchungen - am gleichen Tag berücksichtigt werden. Schließlich solle das Recht auf die Führung eines Girokontos gesetzlich verankert werden, verlangt die AK in Richtung Gesetzgeber. Denn: "Es wenden sich immer mehr KonsumentInnen an die AK oder Konsumentenschutzeinrichtungen, weil sie kein Girokonto bei der Bank erhalten."
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