Swatch-Gründer Hayek gibt Führung an Sohn ab
- Der Retter der Schweizer Uhrenindustrie will kürzer treten
- Plus: FORMAT-Interview mit Nicolas G. Hayek
Nicolas Hayek machte die Entwicklung der modischen Massenuhr Swatch zum weltberühmten Unternehmer. Ende der achtziger Jahre wurde der Techniker mit großem Gespür für Marketing zum Retter der Schweizer Uhrenindustrie. Er sanierte die beiden eidgenössischen Uhrenkonzerne ASUAG und SSIH und fusionierte sie zur heutigen Swatch- Gruppe. Obwohl noch immer mit mehr Energie geladen als so mancher jüngere Manager, will er jetzt mit 75 Jahren etwas kürzer treten. Ab Jänner 2003 wird Sohn Nick Hayek Konzernchef.
"Er wird die operative Führung übernehmen. Ich werde ja nicht jünger", bestätigt der kreative Seniorchef, mit 36 Prozent größter Einzelaktionär, die Hofübergabe. 300 Millionen Swatch-Uhren wurden bis 2002 weltweit verkauft. Die preisgünstige Plastikuhr bildet das Rückgrat des Konzerns.
Aber zur Swatch-Group gehören noch 17 weitere Marken: im mittleren Preissegment etwa Omega, Rado, Longines, Tissot, Calvin Klein oder Certina. Luxuschronometer werden unter den Marken Breguet, Blancpain, Jacques-Droz oder Glashütte Original hergestellt. Im Vorjahr setzte das Hayek-Imperium 4,2 Milliarden Franken (rund 2,9 Milliarden Euro) um; davon drei Milliarden Franken mit Uhren. Der Rest entfiel auf Schmuck und Uhrenkomponenten, mit denen die Swatch-Gruppe auch die Konkurrenz beliefert: etwa Rolex und Breitling.
Insgesamt 20.000 Mitarbeiter, die in 160 Fabriken arbeiten, erzielten 2001 einen Nettogewinn von 504 Millionen Franken. Im heurigen ersten Halbjahr hielt sich Swatch auch besser als der Rest der leidgeprüften Branche. Der Umsatz ging um knapp vier Prozent, der Nettogewinn um dreizehn Prozent auf 206 Millionen Franken zurück. In Österreich erlöst Swatch mit rund 43 Millionen Euro pro Kopf fast fünfzig Prozent mehr als in Deutschland.
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