Donnerstag, 28. November 2002

24-stündiger Protest der Eisenbahner verschoben

  • Piloten-Streik führte zu Behinderungen

Der am Samstag geplante Streik der italienischen Eisenbahner ist mit einer Verordnung des Verkehrsministers Pietro Lunardi verschoben worden. Lunardi rechtfertigte in einer Pressemitteilung die Verordnung mit der schwierigen Lage in Norditalien nach den Unwettern der vergangenen Tage. Die Bahn sei für ein rascheres Eingreifen des Zivilschutzes in den vom Unwetter betroffenen Gebieten notwendig, betonte er. Die Eisenbahner hatten ursprünglich ab Samstag um 21.00 Uhr den Streik ausgerufen.

Die Bahn sei für ein rascheres Eingreifen des Zivilschutzes in den vom Unwetter betroffenen Gebieten notwendig, betonte er. Die Eisenbahner hatten ursprünglich ab Samstag um 21.00 Uhr den Streik ausgerufen.

Die Initiative des Verkehrsministers löste entrüstete Reaktionen der Gewerkschaften aus. "Die Verordnung des Ministers verstößt gegen die Rechte der Arbeitnehmer. Der Minister berücksichtigt nicht die gravierenden Gründe, die uns zum Streik bewogen haben", sagte ein Gewerkschaftssprecher. Die Arbeitnehmervertretungen wollen demnächst einen anderen Termin für den Streik festlegen.

Auch im Flugverkehr ist die Lage gespannt. Am Freitag führte ein vierstündiger Streik der italienischen Piloten zu erheblichen Behinderungen. Viele Italienflüge wurden gestrichen oder konnten erst Stunden später starten, was zu erheblichen Protesten von Passagieren führte. Die Piloten wollen Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen ausüben.

Auf den Flughäfen in Rom und Mailand ging über Stunden gar nichts mehr. Nach italienischen Angaben waren von dem Ausstand insgesamt 40.000 Fluggäste betroffen. Allein die Alitalia hatte 78 Flüge gestrichen, darunter 24 internationale Verbindungen. Dutzende weitere Flüge wurden zum Teil um mehrere Stunden verschoben. Am Wiener Airport in Schwechat kam es wegen des Streiks allerdings zu keiner einzigen Absage, so Flughafensprecher Hans Mayer.

28.11.2002 18:08