Teure Tickets: Böses Weihnachts-Geschenk für Pendler

Heftige Proteste gegen die Tarifanhebung bei ÖBB kommen von Fahrgästen und Arbeiterkammer. Als "böses Weihnachtsgeschenk für die Pendler" bezeichnete der Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) die Tariferhöhungen. Kritik hagelte es auch vom Verein "Fahrgast" und der AG Verkehrspolitik.
Nach Berechnungen der AKNÖ wird sich der Weg zur Arbeit zum Beispiel für alle, die von Bruck an der Leitha zum Wiener Südbahnhof wollen, monatlich gleich um neun Prozent verteuern. Für die St. Pöltner werde die Wochenkarte nach Wien um 9,3 Prozent kostspieliger. Wer eine Monatskarte von Wiener Neustadt nach Wien-Hetzendorf löst, der muss ebenfalls 9,2 Prozent mehr zahlen.
Laut AK-Präsident Staudinger zeigen diese Beispiele, dass der Durchschnittswert allein nicht aussagekräftig sei: Die von den ÖBB genannten fünf Prozent Preiserhöhungen seien über alle Strecken gerechnet - Einzelfahrkarten würden weniger stark verteuert als eben die Pendlertickets.
"Wir wissen, dass die Verkehrsverbünde bei dieser Verteuerung der Zeitkarten mitziehen müssen, daher zahlen die ArbeitnehmerInnen wieder einmal drauf", so Staudinger. Die - kontraproduktive - Preiserhöhung sei gerade jetzt das falsche Signal an die Pendler: "Die Bahn hat in den letzten Jahren Fahrgäste verloren, mit Preiserhöhungen werden diese sicherlich nicht zurückgewonnen." Wenn die Anreize zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel weiter sinken, sei der "Verkehrsinfarkt in der Ostregion wirklich nur mehr eine Frage der Zeit".
Laut den Fahrgastverbänden haben sich die Preise der ÖBB schon in den letzten zehn Jahren dramatisch nach oben entwickelt. Für eine Monatskarte auf der Strecke Mödling - Wien Meidling zahle man etwa derzeit 27,6 Euro, 1991 sei der Preis noch bei umgerechnet 10,46 Euro
- eine Steigerung von 164 Prozent.
Angesichts der "Fehl- und sonstigen negativen Entwicklungen in vielen Bereichen der ÖBB" sei es "skurril, dass jetzt die Fahrgäste für die teuren Folgen des Missmanagements zahlen müssen". Viele bisherige Fahrgäste würden der Teuerung dadurch entkommen, dass sie auf das private Auto umsteigen. Viele seien aber auch auf die Bahn angewiesen. Ihnen bleibe nichts anderes übrig, als die höheren Preise zu bezahlen, so die Fahrgastverbände.

Sie konzentrieren Sie sich auf Ihren Unternehmens- erfolg, wir kümmern uns um Ihre IT. Office 365 jetzt gratis testen.