Schweiz und Liechtenstein bleiben bei Bankgeheimnis
- Schweizer Außenminister zu Arbeitsbesuch in Liechtenstein

Die Schweiz und Liechtenstein wollen das Bankgeheimnis auch im Rahmen der Zinssteuer-Verhandlungen mit der EU nicht preisgeben. Dies betonten Außenminister Joseph Deiss und sein Liechtensteiner Amtskollege Ernst Walch am Montag in Vaduz. Angriffe gegen das Schweizer Bankgeheimnisse kommen regelmäßig aus den USA und von der EU.
Deiss sagte bei seinem Arbeitsbesuch vor den Medien in Vaduz, das Bankgeheimnis schütze nicht vor kriminellen Machenschaften. Man sei durchaus in der Lage, Rechtshilfe anzubieten. Dies werde in der Öffentlichkeit oft missverstanden.
In der Frage der Zinsbesteuerung wolle die EU vor allem mit der Schweiz zu einer Lösung kommen. Die Schweiz habe das Modell einer Quellen- oder Zahlstellensteuer mit zusätzlichen Informationen auf freiwilliger Basis angeboten, das allenfalls auch auf andere Länder übertragen werden könne, sagte Deiss weiter. Die Verhandlungen jedoch ruhten zur Zeit bis zum 3. Dezember. Aufgegeben wurde auf EU-Seite laut Deiss die Forderung nach einem automatischen Informationsaustausch.
Der Liechtensteiner Außenminister Ernst Walch gab sich in der Frage der Zinsbesteuerung zurückhaltend. Das Fürstentum sei noch nicht so weit wie die Schweiz, erklärte Walch. Sowohl Deiss wie Walch unterstrichen weiter die Bedeutung sauberer Finanzplätze in beiden Ländern. Die Schweiz sei in diesem Bereich weit und könne eine Führungsrolle übernehmen, sagte Deiss.
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