Weltcup-Titelverteidigerin nach 5 Rennen abgeschlagen
- Dorfi bleibt gelassen; "Lasse mich nicht verrückt machen"
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Während sich Stephan Eberharter gleich zu Saisonbeginn wieder als klarer Weltcup-Favorit etabliert hat, findet sich bei den ÖSV-Damen ein ungewohntes Bild. Titelverteidigerin Michaela Dorfmeister liegt nach fünf Rennen ohne Podestplatz abgeschlagen und 279 Punkte hinter der "Croatian Sensation" Janica Kostelic nur auf Platz 19. Österreichs Beste ist überraschend die auf Platz drei legende Nicole Hosp, die bei den USA-Rennen bewiesen hat, dass ihr Sensationssieg in Sölden keine Zufall war.
Doch ÖSV-Damenchef Herbert Mandl sieht weder Gründe für übertriebene Sorge noch für besondere Euphorie wegen der Superleistungen seiner jungen Fahrerinnen. "Bei der Michi ist es nur eine Frage der Zeit. Sie ist im Training so gut drauf wie noch nie, darf jetzt einfach nicht den Kopf verlieren. Nach den drei Speed-Rennen in Kanada kann es schon wieder ganz anders ausschauen", ist Mandl überzeugt.
Dorfi bleibt ihrer Linie treu
Auch Dorfmeister selbst gab sich trotz des mageren Saisonauftakts gelassen. "Ich weiß ja, dass ich nicht langsam bin, werde mich deshalb jetzt nicht verrückt machen", sagte sie vor dem Abflug nach Lake Louise, wo zwei Abfahrten und ein Super G auf dem Programm stehen. "Abgerechnet wird zum Schluss und lass uns mal schauen, ob Kostelic die Saison wirklich durch steht. Ich konzentriere mich ausschließlich auf mich selbst", machte die Niederösterreichern klar, dass sie ihrer Linie treu bleiben will.
Kostelic wird nachdenklich
Sie dürfte damit auch die Gedanken der kroatischen Überfliegerin erraten haben, denn die überlegene Weltcup-Leaderin gestand nach dem überragenden Saisonstart in Aspen: "Ich habe wirklich viel erreicht bisher, bin aber jetzt schon mental müde und mir wird schwindlig wenn ich daran denke, wie lange die Saison noch ist. Ich bin deshalb nicht sicher, ob ich wirklich wie geplant alle Rennen fahren werde."
Klima im Damen-Team ist hervorragend
Kein Grund zur Panik also, auch wenn insgesamt der Saisonstart etwas zäh verlief. Podestplätze zwar für Alexandra Meissnitzer, Sabine Egger und Marlies Schild, aber nur ein Sieg und der sensationell beim Saisonstart durch die junge Hosp. "Ich kann es mir auch nicht ganz erklären. Das Klima in der Mannschaft ist hervorragend, wir haben hervorragend gearbeitet, es ist also etwas komisch", rätselte auch die Weltcup-Titelverteidigerin. "Es wäre gut, wenn sich die Arbeit schön langsam bezahlt macht." Dass es nach dem Abgang der Reizfigur Karl Frehsner vielleicht zu harmonisch zugehe, glaubt sie nicht. "Sicher nicht, wir sind hoch konzentriert bei der Sache."
Mandl sorgt sich um den "Mittelbau"
Mandl sorgt sich auch weniger um Dorfmeister oder Meissnitzer, die ohnehin wieder an ihre frühere Form anzuschließen scheint, sondern um den "Mittelbau" mit Brigitte Obermoser, Selina Heregger, Tanja Schneider und Co. Dass gerade diese Routiniers derzeit nicht ihre Leistung bringen, ärgert ihn doch. "Fast scheint es, sie haben Angst vor dem Rennfahren. Aber schimpfen hilft da nichts, ihnen muss man jetzt einfach auf die Sprünge helfen."
Herren haben Latte hoch gelegt
Sprünge kommen jetzt auch auf die Damen bei den ersten Saisonabfahrten in Lake Louise zu. Die Herren haben mit allen elf ÖSV-Fahrern unter den ersten 15 in der Abfahrt die Latte unerreichbar hoch gelegt, erstmals müssen sich zudem nun auch die Damen mit dem umstrittenen Qualifikationstraining auseinander setzen. "Wir werden zwar mit den Jungs reden, aber das wird das Kraut auch nicht fett machen", scherzte Dorfmeister und hat sich für Kanada klare Ziele gesetzt, nämlich die dort stets überragend fahrende Isolde Kostner zu schlagen. Dorfmeister: "In Lake Louise, aber auch in der restlichen Saison. Denn dann ist man in der Abfahrt immer vorne dabei."
