Donnerstag, 28. November 2002

Innauer erwartet in Trondheim mehr Aussagekraft

  • Kombinierer: Dichtes Programm eröffnet taktischen Spielraum
  • Liegl stoßt als neunter Mann zum Springerteam

Der Weltcupauftakt der österreichischen Skispringer und Nordischen Kombinierer am vergangenen Wochenende in Kuusamo ist mit einem Sieg (Andreas Widhölzl) auf der einen und einem 14. Platz als bestes Resultat (Felix Gottwald) auf der anderen Seite sehr unterschiedlich verlaufen. Ab Freitag geht die Weltcuppunktejagd in Trondheim weiter, insgesamt stehen bis Sonntag gleich fünf Wettkämpfe auf dem Programm. Die rot-weiß-roten Erwartungen sind in beiden Lagern hoch, jetzt wollen auch die Kombis zeigen, was in ihnen steckt. Der Nordische Sportdirektor Toni Innauer erwartet sich, dass "Trondheim aussagekräftiger" wird.

Kombinierer-Cheftrainer Günther Chromecek ist froh, dass sein Team den Frost in Kuusamo (bis minus 24 Grad) unbeschadet überstanden hat. Im Langlaufbewerb nicht zu viel zu riskieren habe sich "zwar nicht von den Resultaten her, aber gesundheitlich ausgezahlt." Ein paar Aktive von anderen Nationen, die voll gelaufen sind, hätten "Probleme bekommen und sich leichte Erfrierungen an Nasenspitzen und Ohren zugezogen."

Volles Programm
In Trondheim in Norwegen, wo am Freitag der in Finnland abgesagte Sprint nachgetragen wird, sowie für Samstag ein Einzelbewerb und Sonntag erneut ein Sprint angesetzt sind, herrschten am Donnerstag bei minus zwei Grad "fast sommerliche Temperaturen" (Chromecek) und damit ideales Wettkampfwetter. "Da erwarten wir uns natürlich weitaus mehr. Meine Burschen sind motiviert bis in die Haarspitzen." Dass äußere Umstände ihnen den Saisonauftakt vermasselt haben, ist abgehakt. "Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt. Aber die Saison ist lang."

Kein Problem für Gottwald
Das dichte Programm in Trondheim eröffnet einigen taktischen Spielraum. "Es gibt wenige, die drei Wettkämpfe in drei Tagen in voller Leistungsstärke durchhalten können, ich bin neugierig wie die anderen Nationen darauf reagieren. Was die Aufstellung betrifft haben wir jedenfalls ein bisserl was vor", erklärte der Nordische Sportdirektor Toni Innauer. Felix Gottwald, der ausdauerstark ist und eine gute Regenerationsfähigkeit besitzt, dürfte der volle Terminkalender keine Probleme bereiten. Innauer geht jedenfalls fix davon aus, dass "wir wesentlich besser abschneiden werden als beim Auftakt." Zumindest Gottwald und Mario Stecher erwartet er sich mit soliden Leistungen vorne.

Kofler ein Signal für die anderen Jungen
Bei den Springern durfte das neue Trainertrio Hannu Lepistö/Stefan Horngacher/Heinz Kuttin in Kuusamo dank Andreas Widhölzl bereits den ersten Sieg feiern (siehe Kasten rechts). "Es war ein erhebendes Gefühl, in einem vollbesetzten Wettkampf vorne zu sein, man muss aber bekennen, dass es viele bei den wechselnden Windbedingungen dramatisch erwischt hat. Aber ein paar von uns sind durchgekommen, das ist gut für die Statistik", so Innauer. Ähnlich wichtig wie der Erfolg von Widhölzl und die zwei achten Plätze von Martin Höllwarth, dem die Schanze eigentlich nicht liegt, war aber das Aufzeigen der Jungen, bei denen Debütant Andreas Kofler mit Platz 16 hervorstach. "Das ist ein Signal für die anderen Jungen und eine wichtige Bestätigung unseres Weges."

Swider und Hölli in die Top-10?
Bei regulären Wettkämpfen erwartet sich Innauer für Trondheim, wo auf einer veralteten Schanze gesprungen wird, "Bestätigungen der Leistungen von Swider und Hölli, die in den Top Ten landen sollten". Zum Weltcupteam stößt als neunter Springer Florian Liegl dazu, der in der Trainingsgruppe II in Lillehammer gute Leistungen gezeigt hat und in einem der zwei Wettkämpfe zum Einsatz kommen wird.

28.11.2002 13:05