Erfolgslatte liegt bei Springern und Kombinierern hoch
- Nordischer Direktor Innauer: "Karten werden neu gemischt"
Nach den Langläufern in Kiruna (SWE) starten am Freitag auch die Skispringer und Nordischen Kombinierer in die Weltcup-Saison 2002/03. Beide Sparten eröffnen die Punktejagd in Kuusamo (FIN) und nach den Ergebnissen im Sommer-Grand-Prix (Gesamtsiege durch Andreas Widhölzl bzw. Mario Stecher vor Felix Gottwald) ist die Erwartungshaltung recht groß. Toni Innauer, der sich nach dem Intermezzo als Skisprung-Cheftrainer nun wieder ganz seiner Aufgabe als nordischer Rennsportdirektor für Skispringen und Kombination widmet, warnt aber vor übertriebenem Optimismus.
"Ich glaube, unsere Leute können das sehr gut einschätzen", meint Innauer. Die Sportler hätten sich in den Sommerbewerben Selbstvertrauen geholt und auch teilweise Startplätze für den Winter gesichert. "Aber wir alle wissen, dass im Winter die Karten neu gemischt werden. Dieses Mal müssen sich aber die anderen an uns orientieren." Neu orientieren mussten sich auch die rot-weiß-roten Skispringer: Mit dem routinierten Finnen Hannu Lepistö als Cheftrainer sowie den Co-Trainern Stefan Horngacher und Heinz Kuttin leitet ein völlig neues Team die Geschicke von Andreas Widhölzl, Martin Höllwarth und Co.
Ungewöhnliche Trainingsmethoden
"Ich bin überzeugt, dass das richtig war. Mit dem Hannu als Ruhepol und Routinier, dem Heinz, der längere Zeit weg war vom Spitzensport und dem Steff haben wir ganz unterschiedliche Typen", meint Innauer. Lepistö ist freilich klar der Chef, seine beiden "Co's" sollen lernen. Horngacher ist für Materialentwicklung und Firmenkontakte, Kuttin für Dinge im sprungtechnischen Bereich, Video- und Computeranalysen zuständig. Und Lepistö ist seinem Ruf, des Öfteren mit ungewöhnlichen Ansätzen zu arbeiten, auch schon gerecht geworden. Ein Mal veranstaltete er ein Rallyecross, ein Mal ging er mit den Springern fischen und demnächst ist auch ein Theaterbesuch mit anschließender Besprechung geplant. Außerdem hat er die Sportler einem internen Workshop in Sachen Medienarbeit unterzogen.
Innauer mit großem Augenmerk auf Jugend
Innauer selbst ist froh, dass er sich wieder ganz auf seine Aufgaben als Rennsportleiter konzentrieren kann und ihm ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel auch ermöglicht hat, neue Strukturen durchzuziehen. Das gilt auch für den bisherigen Co-Trainer im Nationalteam, Alexander Pointner, der sich nun erstmals in dieser Form auf hauptberuflicher Basis ganz um den Nachwuchs kümmert. "Die Jugend ist mir fast genauso wichtig wie die Nationalmannschaft", verdeutlicht Innauer einen nun erfolgenden Nachholbedarf im Nachwuchssektor.
Kombinierer bleiben bei Erfolgsteam
Während bei den Springern u.a. nach der Olympiaschlappe einiges geändert werden musste, blieb bei den Kombinierern alles beim Erfolgsteam um Günther Chromecek und Andreas Felder. "Das ist ein Idealfall. Mit den Beiden haben wir ein spannendes Führungsduo, das sich sehr gut ergänzt", sagt der Rennsportleiter. Ein sehr gutes Zeichen für die gute Mannschaftsarbeit sei auch das Nachrücken der Jungen. Mit dem Langzeitverletzten David Kreiner, der "wieder im Geschäft" ist, Denifl, Bieler, Gruber und Eugen gäbe es ein Gerangel um die Positionen hinter Gottwald und Stecher.
Zwei WM-Medaillen als Ziel
Die Zielsetzungen für die WM-Saison hat Innauer mit je zwei Medaillen im Fleimstal (je eine in Mannschaft und Einzel) bereits Ende Oktober formuliert. Natürlich wäre es höchst an der Zeit für einen Einzel-WM-Titel: Bei den Springern gab es das zuletzt 1991 eben im Fleimstal, bei den Kombis überhaupt noch nicht. Gerade die Chromecek-Truppe, Österreichs Mannschaft des Jahres 2002, hat nach den Erfolgen der vergangenen Jahre schon viele Vorgaben erfüllt. Innauer: "Den Einzel-Titel bräuchten wir jetzt und wir haben auch das Potenzial dazu. Aber dazu brauchen wir auch Glück und die richtige Tagesform - so etwas kann man nicht planen."
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