Kafelnikow will mit Daviscup-Trophäe zurücktreten
- Franzosen empfangen Russen in Paris auf Sand
- Zehnter Titel für Tricolore oder erster für Russland?

Die Saison ist nahezu vorbei, doch von Freitag bis Sonntag wird die letzte große Trophäe dieses Jahres im Welt-Tennis vergeben: Frankreich und Russland ermitteln auf Sand in der Halle von Paris-Bercy den Daviscup-Sieger 2002. Für die Gastgeber geht es dabei nicht nur um eine erfolgreiche Titelverteidigung, sondern auch um den insgesamt zehnten Titel in diesem Traditionsbewerb. Sie treten voraussichtlich mit Sebastien Grosjean, Arnaud Clement, Nicolas Escude und Fabrice Santoro an. Die Russen stehen zum dritten Mal im Finale und hoffen auf den ersten Titel.
Vor allem für Jewegenij Kafelnikow würde ein Sieg sehr viel bedeuten. Der mittlerweile 28-jährige Russe, der 1996 als erster Russe ein Grand-Slam-Turnier (Paris) für sich entschieden hat, will seine Karriere beenden, wenn ihm und Marat Safin am Sonntag die "hässlichste Salatschüssel der Welt" überreicht wird. "Ein Daviscup-Sieg würde mich zum glücklichsten Menschen auf der Erde machen. Es wäre die Erfüllung eines Traumes, den ich mein Leben lang geträumt habe. Dann wäre meine Tennis-Karriere komplett", sagte Kafelnikow, der sich übrigens am Tag nach dem Finale in Zürich wegen eines Venenproblems an einem Bein operieren wird lassen.
Ist Russland stärker?
Schon 1994 und 1995 führte Kafelnikow seine Mannschaft bis ins Endspiel, doch diesmal kann er die Last der Verantwortung im Einzel mit seinem Teamkollegen Marat Safin teilen. Und im Doppel stellen die Beiden durchaus auch eine Gefahr für die "Musketiere" von Kapitän Guy Forget dar. Safin spricht übrigens von einem "fatalen Fehler" der Franzosen, ihr Heimspiel auf Sand auszutragen. Forget favorisiert den Gegner aber ohnehin. "Ich glaube ehrlich gesagt, dass die Russen auf jedem Belag besser sind als wir."
Franzöisches Team noch nicht fix
Während die Single-Plätze bei den Russen fix sind, steht bisher lediglich Nummer-eins-Spieler Grosjean, der vor Kurzem zum zweiten Mal Vater geworden ist, für die Einzel fest. Als zweiter Spieler wird entweder Clement, der Andy Roddick im Eröffnungs-Spiel im Halbfinale bezwungen hatte, oder vielleicht doch Paul-Henry Mathieu erwartet. Letzterer wurde von Forget etwas überraschend nur als Ersatzmann nominiert, obwohl er im Oktober zwei Einzel-Titel auf der Tour gewonnen hat. Aber die Daviscup-Regeln erlauben eine Änderung des nominierten Quartetts kurz vor der Auslosung. Im Doppel werden Santoro und Escude erwartet.
Im Team der Franzosen sind allerdings sowohl Mathieu, als auch Clement leicht angeschlagen. Forget wird sich freilich bis zum letzten Moment mit seiner Aufstellung Zeit lassen.
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