Tanker-Havarien auf den Weltmeeren fortgesetzt
- 'Princess' freigeschleppt, 'Isarsten' treibt, 'Theopisti' brennt
- PLUS: Die Bilder der Umweltkatastrophe (Kasten rechts)
·Die Ölpest
Bilder von Spaniens Katastrophen-Küste
Eine Öl-Katastrophe jagt die andere! Vor der litauischen Hafenstadt Klaipeda ist zuletzt der mit 50.000 Tonnen Öl beladene Tanker 'Princess Pia' auf Wrackteile aufgelaufen! Sie wurde am 16.12. frei geschleppt. Vor der US-Küste trieb die 'Isarsten' nach einem Motorschaden unkontrolliert. Und vor Griechenland ist die 'Theopisti' in Brand geraten. Erst Mitte November war vor Spanien der Tanker 'Prestige' gesunken.
Bei Athen ist ein griechischer Öltanker nur wenige hundert Meter vor der größten Raffinerie des Landes in Brand geraten. Die "Theopisti" hat 2.000 Tonnen Heizöl aus Libyen geladen. Das Feuer sei in einer Kabine ausgebrochen und habe sich schnell auf das Deck ausgebreitet. Das Schiff habe gerade die Raffinerie Hellenic Petroleum Aspropyrgos anlaufen wollen. Die Löscharbeiten sind im Gang. Das Heizöl habe bisher kein Feuer gefangen, wurde betont. Sollte sich das Öl entzünden, könne jedoch eine sehr gefährliche Situation entstehen, da das Schiff nur 500 Meter von der Raffinerie entfernt sei.
"Princess Pia" freigeschleppt
Der vor fünf Tagen im litauischen Hafen Klaipeda (Memel) havarierte Öltanker "Princess Pia" ist am Montag freigeschleppt worden. Das Schiff solle nun einer gründlichen Sicherheitsprüfung unterzogen werden, sagte eine Hafensprecherin. Aus der mit 50.000 Tonnen Öl beladenen "Princess Pia" waren seit Freitag mehrere tausend Tonnen abgepumpt worden, um den Tiefgang zu verringern und den Tanker so wieder manövrierfähig zu machen.
Das Schiff war am Mittwochabend im Ostsee-Hafen Klaipeda aus ungeklärten Gründen havariert. Offenbar lief der Riesentanker dabei aber nicht wie bisher angenommen auf Grund, sondern an Wrackteilen im Hafenbecken fest. Nach bisherigen Erkenntnissen blieben die Öltanks unbeschädigt. Die litauische Staatsanwaltschaft prüft eine Anklage gegen den argentinischen Kapitän wegen "verweigerter Zusammenarbeit", mit der er eine "ökologische Katastrophe" riskiert habe.
Die unter der Flagge Panamas fahrende "Princess Pia" war aus vorerst ungeklärten Ursachen auf Grund gelaufen. Den litauischen Angaben zufolge ist dabei kein Öl ausgelaufen.
Florida: Tanker treibt unkontrolliert
Ein Tanker mit 330.000 Litern Treibstoff und 74.000 Litern Erdöl an Bord treibt derweil mit Motorschaden vor der Küste Floridas. Die 160 Meter lange "Isarsten" war vom texanischen Houston zum kanadischen Quebec unterwegs, als rund 20 Kilometer vor dem besonders arten- und pflanzenreichen Keys-Archipel im äußersten Süden Floridas der Motor ausfiel. Die Besatzung versuchte, den Schaden zu beheben. Die Küstenwache schickte einen Beobachter, der dafür sorgen sollte, dass die Lage nicht außer Kontrolle gerät. Ein Bergungsschiff ist ebenfalls auf dem Weg zu dem Havaristen.
Torpedos gegen Wrack der Prestige?
Die "ökologische Zeitbombe" des auf dem Meeresgrund liegenden Unglückstankers "Prestige" soll möglicherweise durch den Einsatz von Robotern oder Torpedos entschärft werden. Das niederländische Bergungsunternehmen Smit International bestätigte am Mittwoch, dass es einen Plan ausarbeite, wie die schätzungsweise 50.000 Tonnen Öl aus dem Wrack abgepumpt werden könnten.
Eine von der spanischen Regierung eingesetzte Expertenkommission will auch eine andere Möglichkeit prüfen: das 250 Kilometer vor der spanischen Atlantikküste liegende Wrack mit Torpedos zu beschießen und zu zerstören. Eine solche Operation hätte das Ziel, das gesamte Öl mit einem Mal im Meer aufsteigen zu lassen und es an der Oberfläche abzusaugen. "Dazu bräuchte man allerdings sehr viele Spezialschiffe", sagte der Vorsitzende der Kommission, Emilio Lora- Tamayo, der Zeitung "El Pais" (Mittwochausgabe).
Drei Jahre lange Ölpest?
Derzeit strömen aus den 14 Lecks im Wrack des vor drei Wochen gesunkenen Tankers pro Tag 125 Tonnen Öl aus. Nach Schätzungen der Experten könnte es bis zum Jahr 2006 dauern, bis das letzte Öl aus der "Prestige" ausgeflossen ist. Wie Spaniens Vizeregierungschef Mariano Rajoy mitteilte, soll das französische Spezial-U-Boot "Nautile" jetzt in einer neuen Mission prüfen, ob die Möglichkeit besteht, in einem ersten Schritt an dem Wrack wenigstens einen Teil der Risse abzudichten.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Mordalarm in Wien12:03
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache
