Staatsanwältin: Prozess gegen Dutroux nicht vor 2003
- Schwierige Geschwornensuche
Der lang erwartete Prozess gegen den belgischen Kinderschänder Marc Dutroux wird voraussichtlich nicht vor Herbst des kommenden Jahres beginnen. Davon zeigte sich die Vertreterin der Anklagebehörde in Lüttich, Anne Thily, nach Medienberichten überzeugt. Der bereits einschlägig vorbestrafte Dutroux wartet ebenso wie zwei mutmaßliche Komplizen seit fast sechs Jahren auf seinen Prozess wegen der Entführung von sechs Mädchen. Vier der Entführten starben während ihrer Gefangenschaft.
Zwar sei die Faktensammlung für die Anklageschrift abgeschlossen, doch werde nun die Suche nach den notwendigen zwölf Geschworenen zu einer weiteren Hürde für den Prozessbeginn, hieß es in den Berichten. Zahlreiche mögliche Geschworene würden wahrscheinlich versuchen, sich wegen der voraussichtlichen monatelangen Dauer des Gerichtsverfahrens von dem möglichen Amt freistellen zu lassen.
Außerdem könnten laut Berichten nach Angaben Thilys alle beteiligten Parteien Mitglieder des Geschworenengerichts wegen Befangenheit ablehnen. Darüber hinaus würden Personen als Geschworene abgewiesen, die in der Vergangenheit bereits ihre Meinungen zu dem Fall geäußert haben. Nach Schätzungen unterschrieben bislang aber mehr als zwei Millionen Bürgerinnen und Bürger die eine oder andere Petition zu Dutroux.
Es sei nicht auszuschließen, dass diese Petitionslisten nun mit den Listen zu möglichen Geschworenen abgeglichen werden müssten, äußerte Thily nach den Berichten weiter. Der Justizverwaltung stehe eine Prozedur ins Haus, deren Ausmaß noch nicht abzuschätzen sei.
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