Donnerstag, 28. November 2002

Augenzeugen berichten: Völliges Chaos in Mombasa

  • "Wir rannten um unser Leben!"

"Wir ließen alle Sachen fallen und rannten um unser Leben". Israelische Augenzeugen schildern die Situation nach dem Bombenanschlag auf das "Paradise-Hotel" nahe der ostafrikanischen Küstenstadt Mombasa in Kenia als "absolut chaotisch". "Wir waren gerade im Hotel angekommen, als es zu der Explosion kam. Wir wollten gerade die Lobby verlassen, da brach überall Feuer aus. Hier herrscht wirklich völliges Chaos, einige Leute wurden schwer verletzt", beschreibt die Israelin Linoi die Szene.

Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich zahlreiche israelische Familien in der Hotellobby, die kurz zuvor mit der israelischen Charterfluglinie Arkya in Mombasa gelandet waren. Augenzeugen zufolge wurde die Explosion durch eine schwere Bombe verursacht, die in einem roten Geländewagen unmittelbar vor der Lobby explodierte. Andere Zeugen berichteten, das Auto habe eine Barriere vor dem Hotel durchbrochen und sei in der Lobby explodiert.

Der israelische Arzt Nimrod Grisro, der in Kenia einen Strandurlaub verbringen wollte, sagte: "Es gab einige Verletzte. Ich selbst habe zunächst drei mittelschwer Verletzte mit Kopf- oder Brustverletzungen versorgt". Die Opfer des Anschlages seien in Minibussen ins Krankenhaus gebracht worden.

Die Israelin Shiri, die mit einem Reporter der Tageszeitung "Haaretz" sprach, sagte, die Reisegruppe sei gegen 05.00 Ortszeit in Mombasa gelandet. "Wir hatten gerade eingecheckt und wollten zum Speisesaal. Dann war das diese gewaltige Explosion, und jeder rannte ins Freie zum Strand, weil das Hotel anfing zu brennen. Praktisch alle Gäste hier sind Israelis."

Mehrere Familien kamen aus der Stadt Beersheva in Südisrael nach Mombasa, um dort die "Bar Mizva", die jüdische Konfirmation ihrer Söhne zu feiern. "Wir wollten dem Chaos (in Israel) entkommen und nun dieses!" klagte eine Augenzeugin im israelischen Rundfunk.

28.11.2002 10:44