Donnerstag, 28. November 2002

Angst im Urlaub: Touristen müssen mit Terror leben!

Sonne, Sand, Strand, Meer, Erholung und Friede: Wo kann man Ferien machen ohne Angst vor Bomben haben zu müssen? Weltweit leidet der Tourismus unter der Verunsicherung nach Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 oder Bali. Aber so zynisch es klingt: Experten glauben, dass Urlauber mit der Angst vor Tod und Terror leben lernen müssen!

Dieser Meinung ist Hansruedi Müller, Dozent am Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus der Universität Bern. Sein Beispiel: "Nach Luxor wurde Ägypten sofort aus den Reisekatalogen gestrichen und erst zwei Jahre später nur zögerlich wieder eingeführt." Fünf Jahre nach dem Anschlag mit 67 Toten boomt Ägypten! Anders nach dem verheerenden Terror-Anschlag auf Bali mit 190 Toten: "Die Organisatoren warben kaum einen Monat nach dem verheerenden Attentat wieder für diese Destination."

Die Mehrheit der Tour-Operator schränkt ihr Angebot nicht ein, um auf die Ängste ihrer Kunden Rücksicht zu nehmen. Sie wollen weiterhin lieber eine möglichst grosse Palette an Destinationen im Angebot haben. "Wir verkaufen weiterhin unsere Reisen in den Iran, ein Land, das bekanntermassen gefährlich ist", sagt ein Reiseanbieter.

Andere Veranstalter bedauern, dass Touristen vor Reisen nach Thailand ermahnt und vor einem erhöhten Anschlagsrisiko in Südostasien gewarnt werden. Die Situation in einigen Ländern dieser Region sei seit zwanzig Jahren konstant instabil, erklärte ein Kuoni-Sprecher.

Reiseveranstalter sind sich einig, dass Touristen schreckliche Ereignisse wie Bali oder Luxor schnell vergessen: "Es gibt in der ersten Zeit danach einen substanziellen Rückgang der Buchungen, aber das gleicht sich sehr rasch wieder aus".

Die Reisedauer sei allgemein kürzer geworden, und es werde kurzfristiger gebucht. "Spontane Städtereisen übers Wochenende erleben einen Aufschwung."

28.11.2002 09:42