Klimaforum: Experte erwartet Rekord-Unwetter
- Globale Erwärmung um weitere 1,5 Grad nicht aufzuhalten
·Hochwasser
Murenabgänge in Ober-Kärnten
Wenn der Meteorologe Mojib Latif von der Universität Kiel Recht behält, werden die Chroniken in den kommenden Jahren um eine ganze Reihe von Wetter- und vor allem Unwetterrekorden bereichert werden. Wie der Experte beim Klimaforum 2003 der Österreichischen Hagelversicherung am Montagabend in Wien betonte, wird sich am derzeitigen Klimawandel auch bei konsequenten Gegenmaßnahmen kurzfristig nichts ändern.
Für Latif steht mittlerweile außer Frage, dass der beobachtbare Klimawandel vom Menschen verursacht ist. Gegenargumente, wonach sich das Klima in der Erdgeschichte stets auch auf Grund natürlicher Vorgänge geändert habe, lässt er nicht gelten. Betrachte man die Temperaturentwicklung der vergangenen Jahrtausende, so würden wir uns heute bereits deutlich außerhalb der natürlichen Schwankungsbreite befinden.
Als Ursache für die Erwärmung steht für Latif der vom Menschen verursachte Kohlendioxid-Ausstoß aus fossilen Quellen ebenfalls fest. "Der etwa im Grönlandeis dokumentierte Gehalt an dem Treibhausgas läuft exakt parallel mit der industriellen Revolution", sagte der Meteorologe. Auch hier seien wir bereits jenseits jeder natürlichen Schwankung der vergangenen 400.000 Jahre.
Ein weiteres Ansteigen der globalen Temperaturen um rund 1,5 Grad in den kommenden 50 Jahren ist laut dem Wissenschafter auch gar nicht mehr aufzuhalten. Selbst wenn wir radikale Gegenmaßnahmen - wie eine drastische Reduktion der Nutzung fossiler Energie - setzen, reagiert das Klimasystem der Erde sehr träge. Wir haben es aber sehr wohl in der Hand, ob wir in den kommenden 100 Jahren ein Plus von zwei, fünf oder sogar knapp sechs Grad erreichen. "Und das ist ein gewaltiger Unterschied, schließlich liegen zwischen der letzten Eiszeit und heute ebenfalls rund fünf Grad Erwärmung", betonte Latif.
So relativ unsicher die Forscher über die lokalen Auswirkungen der globalen Erwärmung noch sind, die extremen Wetterereignisse werden zunehmen. Das gilt sowohl für Starkniederschläge - diese werden sich verdoppeln bis versechsfachen - wie auch für anhaltende Trockenperioden. Derzeit gehen die Kieler Forscher davon aus, dass es in Nordeuropa durchschnittlich feuchter, in Südeuropa trockener wird.
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