Dienstag, 26. November 2002

Murenabgang verschüttete Ortsteil in der Lombardei

  • 1.000 Personen mussten ihre Wohnungen verlassen

Nach den schweren Unwettern der vergangenen Tagen machen nun Erdrutsche der norditalienischen Region Lombardei zu schaffen. Ein Murenabgang verschüttete am Wochenende einen Teil der Ortschaft Cortenova in der Provinz Lecco.

Drei Fabrikanlagen und 15 Gebäude wurden zerstört. Die Wohnungen waren kurz zuvor am Sonntag geräumt worden, daher wurden keine Opfer gemeldet, berichtete der Zivilschutz italienischen Medienberichten vom Montag zufolge.

Rund 1.000 Bewohner der kleinen Gemeinde im Herzen der bergigen Region Valsassina wurden in Aufnahmelager oder in Hotels untergebracht. Die Schäden des Murenabgangs sind sehr groß. Weitere Erdrutsche hatten am Wochenende auch die Ortschaft Brembilla bei Bergamo belastet. "Niemand kümmert sich mehr um das Berggebiet. Ganze Wälder wurden in den vergangenen Jahren abgeholzt, es gibt keine Bäume mehr, welche die Ortschaften an den Hängen vor Erdrutschen schützen können", bemängelten Experten.

Die Regierung habe in den vergangenen zwei Jahren rund 1,7 Milliarden Euro für Aufbauarbeiten nach schweren Unwettern aufgewendet, aber kaum Geld für die Sanierung des angeschlagenen geologischen Systems des Landes zur Verfügung gestellt, so die kritischen Stimmen.

Die Erdrutschgefahr bleibt das große Schreckgespenst in der Lombardei. Diese Woche ist laut Wetterexperten mit weiteren Niederschlägen zu rechnen. Sorge herrscht in den Gemeinden rund um den Comer See und den Lago Maggiore, die in den vergangenen Tagen über die Ufer getreten waren und Straßen und Plätze überschwemmt hatten.

26.11.2002 16:01