Millionenbetrüger in Ried im Innkreis verurteilt
- Mit gut erfundenen Geschichten luxuriöses Leben finanzier

Ein mutmaßlicher Millionen Schilling-Betrüger aus Oberösterreich wurde am Mittwoch am Landesgericht Ried im Innkreis zu drei Jahren und fünf Monaten Haft unbedingt verurteilt. Laut Anklage soll der 36-Jährige zahlreiche Personen mit gut erfundenen Geschichten um rund 256.000 Euro erleichtert haben. Damit finanzierte er jahrelang sein luxuriöses Leben.
Die Anklage warf dem 13-fach einschlägig Vorbestraften gewerbsmäßigen schweren Betrug in der Zeit zwischen 1995 und seiner Festnahme im Dezember 2001 vor. Immer wieder schwindelte er Interessierten - darunter auch ein Grazer - vor, er gründe oder betreibe bereits ein lukratives Unternehmen und bot Beteiligungen daran an. Unter anderem war er angeblich Reiseveranstalter und Chef einer Bootstaxi-Firma, einer "Exklusivauto-Vermietung" sowie eines Fuhrunternehmens. Weiters versprach er die Vermittlung von "billigen Flugtickets", dafür steckte er zigtausende Schilling ein, lieferte aber nie.
Einem ihm bis dahin unbekannten Autofahrer, dessen Wagen in einer Tiefgarage streikte, bot er eine preiswerte Reparatur an, kassierte 30.000 Schilling Vorschuss und verschwand damit auf Nimmerwiedersehen. Frauen jammerte er von angeblichen persönlichen Notlagen vor und lockte ihnen mit dieser Mitleidsmasche jeweils bis zu 100.000 Schilling heraus. Auch eine Benzinrechnung bei einer Tankstelle in der Höhe von 16.000 Schilling ist noch offen.
Der Angeklagte war teilweise geständig. Er konnte sich aber wegen der Vielzahl der ihm vorgeworfenen Delikte gar nicht mehr an alle erinnern. Die Beute seiner Betrügereien verwendete er für seinen Lebensunterhalt, in dem Reisen, Autos und Frauen eine große Rolle spielten. Das Gericht verurteilte ihn im Sinne der Anklage, nur in zwei Betrugs-Fällen wurde er frei gesprochen. Er erbat sich Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.
