Mittwoch, 27. November 2002

Abgängige Steirerin in Kroatien aufgetaucht

  • Frau und Kinder wohlauf

Kroatischen Behörden ist es nach Angaben des steirischen Landesgendarmeriekommandos gelungen, jene abgängige Weststeirerin und ihre beiden Söhne ausfindig zu machen, die seit Wochenbeginn als vermisst galt. Die 47-Jährige Frau konnte am Donnerstag in einem Hotel in Rijeka festgenommen werden.

Die beiden Söhne, acht und 13 Jahre alt, wurden vorerst in einem Kinderheim untergebracht, wo sie von ihrem Vater abgeholt werden sollen. Über das Motiv der Steirerin herrscht noch Unklarheit. Sie soll in den nächsten Tagen nach Österreich überstellt und von den steirischen Beamten vernommen werden.

Dagmar F. wartet jetzt in Rijeka auf ihre Überstellung in die Steiermark. Nach Angaben des Leiters der Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos Steiermark, Oberst Alois Eberhardt. muss diese Maßnahme von der Bezirkshauptmannschaft von Voitsberg verfügt werden. Über das Motiv der 47-Jährigen könnten nach wie vor nur Spekulationen angestellt werden, so Eberhardt. Eine Vernehmung der Frau soll mehr Klarheit bringen. Die beiden Söhne warten in einem Kinderheim in Rijeka darauf, vom Ex-Lebensgefährten der Frau abgeholt zu werden. Die Jugendwohlfahrt hat entschieden, dass die beiden vorerst bei ihrem Vater bleiben sollen.

Vier Tage lang war vergeblich nach der Frau und ihren Kindern gesucht worden. In allen EU-Ländern, vor allem aber in den Nachbarstaaten, wurde nach Hinweisen auf den Verbleib des Trios gesucht. Es gab auch verschärfte Grenzkontrollen. Sogar die Videos der Grenzüberwachungsposten wurden mühsam ausgewertet. Erst mit Hilfe von Interpol Zagreb und der Bundespolizeidirektion von Rijeka konnte die Weststeirerin ausgeforscht werden. Sie wurde vorläufig festgenommen. Ob die Sache auch noch ein gerichtliches Nachspiel haben wird, muss erst geklärt werden. Wann die Frau einvernommen wird, hängt auch wesentlich von ihrem Gesundheitszustand ab.

Das letzte Lebenszeichen der angeblich unter Depressionen leidenden Dagmar F. aus Kainbach bei Voitsberg stammte von Montag früh, als sie an einem Bankomaten einen größeren Bargeldbetrag behoben hat. Die Tatsache, dass die 47-Jährige einen Abschiedsbrief und den Entwurf einer Traueranzeige hinterlassen haben soll, ließ die ermittelnden Beamten und den Vater der beiden Buben das Schlimmste annehmen. Der ältere Sohn war erst am vergangenen Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen worden.

27.11.2002 11:55